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How to...

In your Face: Wie man Lines richtig wählt

In unserer neuen Serie ‚In your Face‘ erklärt Freeriderin Siobhan Challis die bekanntesten Spots und ihre Lines.

Es ist völlig egal wie man aussieht, was man anhat, ob man mit Ski, Snowboard oder Splitboard unterwegs ist oder seinen alten Snurfer auspackt – Fahren im Gelände ist für jeden! Wichtig ist jedoch zu wissen, wann man die Füße stillhalten muss, wie man Lines liest, wie man sicher unten ankommt und anschließend vor lauter Hype nach hinten umfällt, in den Himmel starrt und sich wie ein dreijähriges Kind vor lauter Lachen verkutzt. 

Dabei müssen wir beachten, dass es unterschiedliche Freerider-Typen gibt (s. unten). Beim Blick aufs Face sehen wir alle andere Lines, Side Hits, Couloirs und Schneepockets. Wie man die richtigen entdeckt und anschließend bezwingt, zeige ich euch ab sofort in der Serie In your Face. Den Anfang macht Kalkkögel in Axamer Lizum.

 

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Heyho Nendaz, I’m 8th again with the same line 😅 Not very smart choice of line today plus my injury is very exhausting. I’m happy I can ride but having a partly paralized left leg really doesn’t help. After my first feature it went numb again so I just tried to ride down safe 🤷🏻‍♀️ Healing and competing takes alot if courage and smiles ☺️ Gratts to one of my fav hoomans @jesshotter1 – you boss 🙌🏼💙 ————————————————— 📷 @sofiegidlund ————————————————— #snowboardingisfun #snowboarding #nocco #nendaz #nendazfreeride #headsup #notthereyet #smilesfordays

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    Die Voraussetzungen zum Freeriden

    Grundausrüstung
    LVS (Pieps Micro), Sonde (IProbe von Pieps), Schaufel, Rucksack (der gut sitzt und festziehbar ist), Erste-Hilfe-Pack, Telefonnummer der Bergrettung, Helm, Mobiltelefon, was zu trinken und am besten noch kleine Stärkungen, um mit dem Adrenalin besser umgehen zu können.

    Wichtig: Handy unbedingt weg vom LVS! Das Mobiltelefon beeinträchtigt die Magnetwellen des LVS massiv. Sprich, wenn das Mobiltelefon in der Nähe deines Pieps ist, ist die Reichweite um mindestens 60 Prozent verringert. Ausschalten bringt nichts, das Gehäuse des Telefons reicht, um die Reichweite zu mindern (daher ist auch der Flugmodus unnötig). Das gleiche gilt für GoPros!

Die verschiedenen Freeride-Typen

Creative Bunch

Die Kreativbündel sind Jungs und Mädels, die es lieben, sich auf bunte Art und Weise im Gelände auszutoben. Die Skills sind on point und die Motivation riesig. Hier kann man sich gut vorstellen wie die Lines aussehen – unkonventionell, schrill, ein FS 360 hier, ein Method da. Merkmale sind die Freestyle-Elemente gemischt mit richtigen Big Mountain Fahrtechniken, Butters und Slashes, die ans Surfen erinnern. Die Smiles ziehen sich bei allen bis über beide Ohren. Gemeinsam unterwegs zu sein, mit Freunden einen ‚Another Day for the Books‘ erleben zu dürfen und draußen zu sein, steht bei ihnen ganz oben auf der Liste.

Soulsurfer

Dieser Typ Freerider will einfach surfen. Surfen, surfen, surfen. Hier sind die Pockets und der gute Powder von richtigem Wert. Am besten Champaign Pow, der sich wie Wellen über den gebückten Körper drüber rollt. Die Lines von einem Soulsurfer wirken unspektakulärer als die von dem Alpin Master und Creative Bunch – ohne viel Schnick-Schnack. Ein Turn hier, ein Slash dort – Faceshots über Faceshots, dass er am Ende seines Runs mit einem Yeti verwechselt werden könnte. Auch hier spricht das Grinsen für sich, wenn sein Gesicht nicht vor lauter Schnee schon eingefroren ist.

Alpin Master aka. Mountaingoat

Freerider wie Flo Orley, Xavier de le Rue oder Jonathan Penfielddie ziehen es vor, sich richtig krasse Lines rauszusuchen. Enge Couloirs mit Mandatory Drops. Technische Sektionen, in denen man sich jeden weiteren Turn vorher schon gemerkt haben sollte. Am besten so steil, dass man mit Jump Turns seinen Weg nach unten finden muss. Wenn man Bergkinder sieht, die sich ins Aguille du Midi abseilen, kann man davon ausgehen, einen klassischen Mountaingoat erspäht zu haben. Die Schneesituation ist für Mountaingoats nicht so wichtig. Wichtig ist, dass die Jungs und Mädels ihr Sluffmanagement im Griff haben und die steinigen Teile nicht übersehen – Augen offen halten für Sharks. 😉 

Die drei Freerider-Typen von links nach rechts: das Creative Bunch, der Soulsurfer und der Alpin Master

Finde deine Linie

Kalkkögel in Axamer Lizum

Axamer Lizum ist ein Skigebiet im Tiroler Oberland. Die Hänge rund um der Lizum sind der Wahnsinn, es sind viele Fahrer unterwegs und der Vibe ist on point. Einer der Hänge wurde schon für Contests der Freeride World Qualifiers von der Open Faces Crew ausgewählt.

Das Face an den Kalkkögeln kann man sehr kreativ angehen. Nach einem relativ einfachem Hike von 20 bis 30 Minuten und Views die irre schön sind, erreicht man eine Art Plateau. Von dort aus kann man mehrere Abfahrten wählen, wir konzentrieren uns erstmal auf das eine Face.

    Know-How
    Mutter Natur hat die Zügel in der Hand und Hundert Prozent sicher ist man in den Bergen nie. Um aber zumindest nicht fahrlässig zu handeln, ist es grundlegend, sich mit Schneearten, Wetter und Lawinenmustern auseinander zu setzten. Alpinkurse sind immer zu empfehlen, um das Grundwissen aufzubauen, Extrem-Situationen zu üben, die LVS-Suche gescheit zu lernen und Schneearten, Schneedeckenaufbau oder Wettertücken kennenzulernen. Achtet immer auf euer Bauchgefühl! Wenn es vor einem Run ein Grummeln im Magen gibt oder ein ungutes Gefühl, dann lernt nein zu sagen.

Die drei Lines:

1. Der Approach Lookers left würde ich für einen von den Creative Bunch-Fahrern aussuchen. Hier gibt es die Möglichkeit eines steilen Einstiegs mit zwei Mini-Hits, dann geht’s weiter mit zwei 360ties.
Wenn man diese safe gestanden hat, hält man sich Riders right und genießt ein paar Pow Slashes bevor es wieder in eine technischere Sektion geht. Aufpassen, hier den Einstieg nicht verpassen und mit gemäßigtem Speed überm Cliff rüber queren. Nochmal Mut und Konzentration sammeln und das Cliff Lookers left mit wenig speed nach Riders right springen. Die Landung ist relativ flach, daher Beine nochmal voll aufladen. Zum Abschluss mit Soulturns den Run out genießen.

2. Mountaingoats aufgepasst. Die Lizum hat ein paar Schmuckstücke für richtig technische Lines in petto. Auch dieses Face hat zwei krasse Einstiege vorzuweisen. Die Rinnen in der Mitte des Hanges sind supereng, steil, aber definitiv machbar. Hier muss man aufpassen, dass man richtig in die Rinne einfährt. Am besten man startet auf der Toeside, um den perfekten Grip zu erreichen. Wenn man fällt, rutscht man nicht am Po nach unten, sondern kann sich relativ schnell wieder aus der misslichen Lage befreien (Aufstehen ist bekanntlich auf der Toeside einfacher). Um sich weiter nach unten zu manövrieren sind Jump Turns angesagt. Aufpassen, prägt euch die Line vorher genau ein. Danach kann man sich entweder seinem Adrenalin-High hingeben und einfach rausballern, oder man nimmt noch ein paar kleine Hits mit, um die Alpin Master von einer runden Line zu überzeugen.

3. Die Line ganz rechts im Bild spricht die Herzen der Soulsurfer unter uns an. Ein einfacher, aber nicht langweiliger Einstieg eröffnet die Line gemäß der Leidenschaft. Ein kleiner Hit am Anfang der weiteren Rinne gibt einem die Möglichkeit einen kleinen Method reinzupacken, da dieses Cliff einen etwas nach oben spackst. Dann richtet man die Nose des Boards in Richtung Riders left, um zu einer kleinen Ridge zu gelangen, die einen direkt in einem feinen Schnee Pocket landen lässt. Weiter geht’s mit lässigen Pow Turns und Faceshots. Um den Run richtig zum Finish zu bringen, kann man noch ein oder zwei Butters reinpacken. 100 Punkte für die Seele.

Die drei oben erklärten Lines
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