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Trick Tips

Kids on Board

Habt ihr gewusst, dass Terje Håkonsen, Gian Simmen, Tom „Beckna“ Eberharter, Wolle Nyvelt, Wille Yli-Luoma und Gigi Rüf Papa sind oder es bald werden? Wenn die Crème de la Crème unseres Sports Nachwuchs bekommt, scheint eine goldene Zukunft des Snowboardens sicher. Industrie und Snowboardschulen sind gefordert, das Angebot für die nächste Generation weiter auszubauen. Es ist an der Zeit, dem Thema „Kids on Board“ unsere Aufmerksamkeit zu widmen. Das MBM hat nachgeforscht und weiss, wie der Nachwuchs zu Shred-Groms werden kann.

Was gibt es Cooleres als kleine Stöpsel, die frech durch die Halfpipe flitzen, locker über Boxen sliden und wild über Pisten jagen? Kids sind die Zukunft auch unseres Sports. Je früher sie Snowboarden lernen, um so besser. Doch leider wird den Kleinsten der Snowboard-Spass oft verwehrt. Bei vielen Eltern – selbst bei solchen, die selber snowboarden – herrscht die Meinung vor: „Zuerst lernt mein Kind Skifahren; wenn es das gut beherrscht, kann es immer noch mit dem Snowboarden beginnen.“ Das ist Kinderdiskriminierung, oder?!

Ein Vier- oder Fünfjähriger kann genau so gut mit Snowboarden anfangen, ohne sich in ungemütliche Hardschalenstiefel zwängen zu müssen. Was sollte dagegen sprechen? Es gibt entsprechendes Kids-Equipment auf dem Markt und viele Snowboardschulen bieten Kinderunterricht für diese Altersstufe an. Also soll das Kind doch selber entscheiden dürfen, ob es Ski fahren oder snowboarden will. Doch selbst wenn der Wille bei Kind und Eltern besteht, ist es nicht so leicht, die Kleinen aufs Board zu stellen. Einerseits gibt es in Shops und Skistationen nur wenig Miet-Equipment für die ganz Kleinen und anderseits kämpfen Kin der-Snowboardlehrer gegen die Übermacht der Skischulen, die den Kleinkind-Unterricht zumeist für sich beanspruchen.

Das erinnert ein wenig an die Anfangszeiten des Snowboardens, als Snowboarder nicht mit dem Lift fahren durften und als „rebellische Krawallmacher“ schikaniert wurden. Wie wir alle wissen, war die Snowboard-Revolution erfolgreich. Wir haben Pisten, Parks und Powder-Hänge im Sturm erobert und dem altbackenen Bergtourismus neue Coolness eingehaucht. Aber nicht nur das, wir haben nebenbei sogar den ewig wedelnden Skifahrern auf die Sprünge geholfen, indem wir ihnen den Carving- und Twin-Tip-Ski geschenkt haben. Also, liebe Eltern, Skischulen und Skiverleihstationen: Seid so fair und lasst die Kids – auch die Vierjährigen – aufs Board. Kids, die wollen, gibt es genügend. Denn: Was gibt es Cooleres, als frech durch die Halfpipe zu flitzen, locker über Boxen zu sliden und wild über Pisten zu jagen?

Macht es Spass, Kids das Snowboarden beizubringen?
Ich liebe es! Kids geben dir so viel zurück mit ihrem Lachen, ihrer Freude. Kinder mögen das Snowboarden; ich hatte noch nie ein Kind im Unterricht, das keinen Spass hatte! Zu mir kommen eben nur solche, die unbedingt snowboarden wollen. Kids finden Snowboarden cool, weil es ums Springen geht. Kinder wollen immer springen! Hauptsache, es geht über eine Schanze, dann sind sie glücklich.

Wieso fangen trotzdem so viel Kids mit Skifahren an anstatt mit Snowboarden?
Viele Eltern wollen das so. Und man muss auch sehen, dass Skifahren einen gewissen Vorteil hat. Kinder können mit Skiern an den Füssen im Flachen herumlaufen und sich so langsam ans Gleiten gewöhnen. Darum fange ich mit meinen Snowboard-Kids meist mit dem Snowskate an. Mit diesem können sie ebenfalls im Flachen üben und sich ans Gleiten und an die Seitwärts-Position gewöhnen. Zudem können sie jederzeit abspringen.

Ab welchem Alter können Kids mit dem Snowboarden anfangen?
Es gibt kein Mindestalter, da Kinder sehr individuell in ihrer Entwicklung sind. In der Snowboardschule ist das optimale Einsteigealter zwischen sechs und sieben Jahren, weil die Kids dann schon wegen Kindergarten und Schule gewohnt sind, eine längere Zeit ohne Eltern auszukommen. Aber ich habe auch schon Vier- und Fünfjährigen das Snowboarden mühelos beigebracht. Doch meistens fangen Kids mit acht oder neun Jahren an. Das sind oft die, die zuerst Ski gefahren sind und dann Snowboarden ausprobieren wollen. Das Alter spielt nicht so eine grosse Rolle, entscheidend ist vielmehr, dass die Kids die passende Ausrüstung haben.

Auf was muss man bei der Kids-Ausrüstung achten?
Das Board darf nicht zu lang sein, es sollte nicht über das Kinn herausragen. Kids haben nicht genügend Kraft, um ein zu langes Board zu lenken. Fast noch wichtiger sind perfekt sitzende Boots. Leider kommt es viel zu oft vor, dass Kids beim Fahren auf der Zehenkante praktisch vollständig aus den Boots rutschen, weil die viel zu gross sind. Das Motto „Mein Kind wächst da schon noch hinein“ ist der falsche Ansatz. Darum empfehle ich, falls möglich Boots und Board zu mieten. Auch die Handschuhe müsse passen, da mit die Kids die Bindung selber anstrappen können. Ebenso wie Helm und Protektoren.

Und wie geht man beim Unterrichten vor?
Man darf das Kind nicht überfordern. Kids werden schnell müde und können sich nicht sehr lange auf eine Sache konzentrieren. Es braucht Abwechslung und man muss spielerisch und bildlich vorgehen. Wenn man zum Beispiel etwas Rutschen und Schrägfahren geübt hat, sollten die Kids das Board abschnallen und mit dem Snowskate über eine kleine Schanze springen. Mit Airs kann man nicht früh genug anfangen.

Ein Blick auf die Industrie mit Kinderaugen
Lange Zeit war „Girls“ das dominierende Thema der Snowboard-Industrie. Vergangenes Jahr löste „Ökologie“ die Mädels als Thema Nummer eins auf der Ispo ab. Dieses Jahr könnte das Thema „Kids“ in den Hallen der Messe in den Mittelpunkt rücken. Das prophezeit Muck Müller, der für die ISPO jeweils die unabhängige Shop-Plattform board_ispo Shop Summit organisiert. Burton hat ja auf dem Source Industry Forum 2008 in Livigno den board_ispo Product of the Year Award für deren Innovationen im Segment „Kids Hardware“gewonnen. Die Kids können sich in Zukunft also auf noch besseres und stylisheres Equipment freuen. Muck ist übrigens selbst zweifacher Vater und zudem Initiator des Family Jam, an dem aktive und ehemalige Snowboard-Profi s sowie Leute der Snowboard-Industrie mit Kind und Kegel zusammen shredden gehen. Zuletzt war dies im Frühling 2007 in Flumserberg der Fall, wo auch einige Fotos für diese Story entstanden.

Boards ab 90 zentimeter
Selbstverständlich gibt es heute schon gutes Kids-Equipment auf dem Markt. Die meisten Firmen bieten Kids-Boards ab einer Länge zwischen 110 und 115 Zentimetern an. Diese Längen eignen sich für Kinder ab etwa sechs Jahren. Boards unter 100 Zentimetern hingegen führen nur wenige Firmen im Sortiment, etwa Burton, Atomic (beide 90 cm) oder Elan (95 cm). Mit diesen Mini-Boards können schon Vierjährige oder weit entwickelte Drei jährige erste Versuche auf dem Snowboard machen. Burton strebt auch bei Kids-Board eine führende Stellung an und hat spezielle Kids-Features entwickelt. Herausgekommen sind Boards („Chicklet“, „Chopper“), die an der Base aufgebogene Kanten haben, was das Drehen verein fachen soll. Boards im Einmeter-Bereich bieten auch Nitro, Gnu, Rossignol, Technine, Trans und Rome an.

Boots mit Klettverschluss
Noch wichtiger als die richtige Board-Länge ist für die Groms der passende Schuh. Ab Schuhgrösse 32/33 fi ndet man eine relativ breite Palette an Boots, was für die ganz Kleinen je nach Wachstum etwas gross sein kann. Dafür sind die Schuhe vorwiegend mit handlichen Schnürsyste men ausgerüstet wie Boa oder anderen Speed-Lacings. Besonders kin derfreundlich sieht der „Grom“ von Burton aus, den auch eine noch so kleine Hand locker per Klettverschluss festzurren kann.

Gute Helme, wenig Rückenprotektoren
Auch die Auswahl an Kids-Bindungen ist gross und farbenfroh. Diese haben meist etwas grössere Schnallen für ein einfacheres Handling. Kluge Köpfe schützen sich. Das haben sich wohl auch die Entwickler von Pro-Tec und Red gedacht. Beide Firmen bieten sehr funktionelle Helme an, auch für die Kleinsten (Kopfumfang: 49 bis 54 cm). Nachholbedarf gibt es im Rückenprotektoren-Bereich, denn für kleine Rücken sind die gängigen Modelle zu gross.

Aussehen wie die Grossen
Bleibt noch der Bereich Fashion übrig. Bei den Girls ist wohl Roxy am angesagtesten. Doch auch Burton hat eine stylishe Mini-Shred-Outerwear-Linie. Leider sind die meisten Teile erst ab etwa sechs Jahren sinnvoll. Aber wen interessiert schon, wie ein vierjähriges Kind auf dem Snowboard gekleidet ist. Entscheidend ist die Hardware, ohne diese nützt die beste Software nichts. Fazit: Ab sechs Jahren stehen die Mini-Shredder den Grossen in Sache Snowboard-Equipment in nichts nach. Für die ganz Kleinen ist bei fast allen Firmen noch viel Potenzial in der Entwicklung vorhanden.

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