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Resort Guide

Big Sky – Der Himmel auf Erden

In Big Sky ist der Name Programm. Was das US-amerikanische Resort so himmlisch macht, erklärt Freeriderin Angelica Sykes.

Kennst du das Gefühl, wenn du jemanden triffst und auf den ersten Blick verliebt bist? Dieses Flimmern im Magen, das Erröten und Glühen des Gesichts, den schnellen Herzschlag, das Dauergrinsen? Ich bin single und nope, ich kenne es nicht. Aber als ich Big Sky das erste Mal sah, habe ich so etwas gefühlt.

Ist das zu cheesy? Wahrscheinlich. Aber ich habe mich in diesen Ort nunmal gnadenlos verliebt und kann es kaum erwarten, euch von meinen Erlebnissen zu berichten. Nach meinem ersten Stopp in Jackson Hole, Wyoming, hätte ich nicht gedacht, dass es ein Resort gibt, wo die Leute noch netter sind, der Schnee noch besser ist und der Stoke noch realer ist. Doch, voilà, hier ist es.

Aber bevor ich jetzt endgültig diesem kitschigen Verliebtsein-Bullshit verfalle, will ich euch ein paar handfeste Gründe nennen, warum Big Sky wirklich so groß ist, wie der Name sagt.

 

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Not currently riding due to a week of messed up weather in 📍Squaw Valley but this clip of me charging into the weekend like a boss is keeping me motivated to head to @mammothmountain on Sunday!

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Morgenmuffel

Es gibt viele Dinge in den Vereinigten Staaten von Amerika, die ich niemals verstehen werde. Doch ist es besonders die morgendliche Routine, die mir fremd ist. Wenn wir Europäer einen geilen Powder-Tag erwarten, stehen wir früh auf, frühstücken reichhaltig, um genügend Kraft für den Tag zu tanken, quatschen mit Freunden über die Lines, die wir gleich fahren werden, und mogeln uns dann am Lift in die allererste Reihe. – Aber nicht der Amerikaner! Höchstens 2,5 Sekunden bevor er allerspätestens aufstehen muss, stellt er sich den Wecker, wird dann hektisch und fährt ohne zu frühstücken ins Skigebiet.

    Angelica Sykes ist eine Big Mountain Snowboarderin aus Großbritannien und lebt in Italien. Schon immer träumte sie davon, durch den Mittleren Westen der USA und umliegende Bundesstaaten zu reisen – auf der Suche nach den besten Resorts und Freeride-Spots des Landes. Nach Jackson Hole und Big Sky stehen Revelstoke und Lake Tahoe auf ihrem Reiseplan.

Dabei brauche ich ein gutes Frühstück wie Elton John seine bunte Brille – sonst bin ich zu nichts zu gebrauchen. Und noch wichtiger ist mir Kaffee. Kaffee! Vielleicht kommt da die halbe Italienerin in mir durch, aber OHNE KAFFEE, OHNE MICH! Zum Glück gibt es in Big Sky neben der Talstation einen extrem guten Breakfast Burrito und heiße Getränke. Diese sind der Knüller, meine Lebensretter und eine absolute Empfehlung!

Freeride

Wer Bock auf Freeriden hat, ist in Big Sky an der richtigen Adresse. Das merkte ich schon am ersten Tag, als Local Nolana mir die Gegend am Lone Mountain zeigte. Dort gibt es eine Freeride-only-Area, die mit hüfttiefem Powder und einer Vielzahl an unterschiedlich schweren Lines auf einen wartet.

Weiter unten folgen ein paar fette Treeruns und Powder-Felder, die etwas sicherer sind. Wer nach Experten-Terrain Ausschau hält, sollte sich in die Gebiete Andesite und Challenger vorarbeiten. Wer sich hingegen nach einem möglichst langen und unkomplizierten Run sehnt, muss Mad Wolf oberhalb von Andesite auschecken. Den mit Abstand besten Powder gibt es aber im Bavarian Forest unterhalb von Liberty Bowl oder Rice Bowl.

Achtung: Da in Big Sky Sicherheit groß geschrieben wird, müsst ihr euch für manche Freeride-Gebiete vorher bei der Ski Patrol anmelden. Habt ihr einen Partner und einen Transceiver dabei, gibt es von dieser Seite aber keine Probleme, sondern vielleicht sogar den einen oder anderen Geheimtipp.

Park

Wie schon in Jackson Hole waren die Schneebedingungen in Big Sky so gut, dass ich kaum Zeit im Park verbracht habe. Deshalb fing ich ein paar Stimmen von richtig guten Jungs für euch ein, die die Lage deutlich besser beurteilen können: „Egal, ob du ein Anfänger bist oder dich nur für den Tag aufwärmen möchtest, ein guter Start sind immer die kleinen Parks Cowpoke und Explore. Wenn du später bereit für den nächsten Step bist, fahre rüber zum Maverick Park oder zum Swift 2.0, um an deinen Skills zu feilen.“

Das reicht dir nicht? „Peacemaker und Swifty sind unsere großen Parks und vordern dir garantiert alles ab. Wenn du dich mehr nach den typischen ‚Montana-Vibes‘ sehnst, dann empfehle ich dir neben dem Swifty den Park The Cache. Zu guter Letzt ist da auch noch Ninja Marmot, ein Bike Trail, der im Winter zum Banked Slalom wird. Mit insgesamt acht Parks und über 100 Features in allen Formen und Größen kommt hier wirklich jeder auf seine Kosten. Versprochen!“

Hier gibt es mehr Resort Guides.

Night Life

Der für mich beste Après Ski-Spot ist Scissorbills Saloon. Genau das, was man vom amerikanischen Après Ski erwartet: viel zu viele Menschen auf engstem Raum, pitcherweise Bier, haufenweise Tequila-Shots und Nachos satt. Die größte Herausforderung ist einen Tisch zu finden. Da wir uns aber so peinlich benahmen, dass sich alle um uns herum unwohl fühlten, war das für uns eine Leichtigkeit …

Milkies ist die beste Bar, wenn es um Bier, Billard und gute Pizza geht. Außerdem hat Milkies das tollste Preisleistungsverhältnis, das du in der Gegend finden wirst. Und glaub mir, über günstige Preise freust du dich nach ein paar Tagen in den USA wie ein Honigkuchenpferd.

Essen

Mein Tipp fürs Essen gehen: nicht Essen gehen! Die meisten Lokale sind wirklich extrem teuer und reißen euch ein dickes Loch in die Hose. Versorgt euch am besten selber oder holt euch einen leckeren Burrito to-go. Wenn ihr wirklich mal gut Essen gehen wollt, solltet ihr ins By Word Of Mouth gehen. Hier schmeckt alles – auch die Cocktails – und die Atmosphäre ist weltklasse.

Events

Ende März hält die IFSA FWQ 2* in Big Sky. Es wurde schon jetzt alles fürs Event vorbereitet und ich kann euch aus sicherer Quelle sagen: Es wird episch! Die Crowd ist der Hammer, der Schnee im Megazustand und die Atmosphäre unschlagbar.

Es fällt mir schwer, das zu sagen, aber in Big Sky kann man sich auf das Saisonende freuen. Denn die Closing Season wird mehr als fett! Beim Pond Skim ballern alle möglichen Rider übers Wasserbecken. Das Ganze vor tausenden Zuschauern und mit mächtig Party im Anschluss.

Geheimtipps

Für Unterkünfte bleibt mir nichts anderes übrig als euch AirBNB zu empfehlen. Die Hotels im Ort sind leider viel zu teuer. Alternativ bleibt euch Bozeman übrig – der Ort, wo die meisten Locals inzwischen wohnen und von dem Mann eine knappe Stunde ins Skigebiet fährt.

Wer sich nach Ersatzprogramm sehnt, sollte unbedingt eine Tour mit dem Snowmobil buchen. So entdeckt ihr die Gegend noch mal aus einer ganz anderen Perspektive. Die Einheimischen sind alle extrem nett, dass ich euch nur empfehlen kann, sich mit ihnen anzufreunden. Sie werden euch die besten Tipps geben und coolsten Dinge zeigen. Den echten Montana Vibe. Sprecht sie einfach an!

Kritik

Wie ihr sehen könnt, gibt es zahlreiche Gründe, nach Big Sky zu reisen. Doch, um ehrlich zu sein, sind ein paar Dinge auch alles andere als gut. Die ganze Gegend ist völlig überteuert. Besonders Immobiliengeschäfte treiben die Preise derzeit in die Höhe. Du hast zwar die Chance, dir mit großen Namen aus dem Silicon Valley oder Hollywood das Resort zu teilen, doch isolieren sich diese in der Only-Vip Ski Area oder im Yellow Stone Club ab. Ich hatte das Gefühl, dass Big Sky bald auch eines der Gebiete wird, die sich nur noch ein Prozent der Amerikaner leisten kann. Außerdem nimmt die Wasser- und Luftqualität immer weiter ab und treibt den Locals ersten Angstschweiß vor der Zukunft auf die Stirn. Das darf man bei der ganzen Lobhudelei nicht vergessen.

Lest hier Angelicas letzten Resort Guide.

 

Als nächstes steht Whitefish auf meinem Reiseplan, ehe es vor meinem Heimflug nach Revelstoke geht. Stay tuned!

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