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Interviews

Daniel Gummi Riethmann

Daniel “Gummi” Rietmann kann nicht nur 1a snowboarden. Der 27-Jährige Wahl-Züricher nutzt seinen grossen Namen in der schweizer Snowboardszene auch für einen guten Zweck: Mit seinem Charity-Projekt “GummiLove” setzt sich der Schweizer für geschützten Sex ein. Wir haben “Gummi” einige Löcher in den Bauch gefragt.

Hallo Gummi, stell dich unseren Lesern doch mal kurz vor!

Ich bin Daniel Riethmann alias „Gummi“. Ich bin im Kanton Schwyz aufgewachsen und lebe jetzt in Zürich. Meine Winter verbringe ich überwiegend im Engadin. Ich bin gelernter Koch und meine Lieblingsfarbe ist Türkis-Blau. Meine Lieblingstiere sind Katzen und zum Snowboarden fahre ich am liebsten nach Diavolezza und Stoos.

Ich habe gelesen, dass Leute, deren Lieblingsfarbe Blau ist, karrieregeil sind und japanische Autos fahren…

Ich bin geil auf alles und ich fahre tatsächlich einen Toyota! Nein, ich denke, dass ich schon ein Macher bin. Ich möchte was auf die Beine stellen und den Leuten eine Message rüberbringen.

Und im Moment ist „GummiLove“ deine Message. Wie wurde dieses Projekt geboren?

Vor fünf Jahren hatte ich die Idee, dass es doch ganz cool wäre, wenn ich meine eigenen Kondome hätte. Also bin ich zum Bundesamt für Gesundheit in der Schweiz gegangen und habe mich informiert, was es da für Möglichkeiten gibt. Die haben mir vorgeschlagen, ein Ambassador zu werden. Allerdings gab es mir da zu viele Regeln, zu viele Verpflichtungen und zu viel Aufwand. Also habe ich diese Idee erstmal „geparkt“. Ein paar Jahre später kam mein Boardsponsor auf mich zu und wollte ein Pro Model für mich machen. Ich habe denen dann vorgeschlagen, kein klassisches Signature-Model mit meinem Namen drauf zu designen, sondern das Board lieber mit einer Message zu versehen. So ist „GummiLove“ entstanden. Inzwischen sind da noch viele andere Sponsoren und Ambassadors im Boot.

Wie sieht es denn mit den Ambassadors aus? Hast du bei der Auswahl bestimmte Kriterien?

Die Ambassadors sind allesamt gute, langjährige Freunde von mir. Sie sind nicht auf den Kopf gefallen und sehr gut in dem was sie tun. Die meisten fahren auch Snowboard.

Ihr seid ja nicht die ersten, die sich für geschützten Geschlechtsverkehr einsetzen. Was könnt ihr besser als andere Charity-Projekte?

Wir kommunizieren mit den Kids auf Augenhöhe und sind nahe an der Zielgruppe. Wir sprechen junge Menschen zwischen 13 und 25 Jahren an. Wir versuchen, diese Botschaft nicht mit dem erhobenen Zeigefinger durchzusetzen, sondern das Ganze so cool wie möglich rüberzubringen.

Und wie macht ihr das?

Wir sind viel auf Contests und Partys unterwegs, informieren die Leute und verteilen natürlich Gummis. Ausserdem verkaufen die Beach Mountain-Shops unsere Produkte. Bald startet auch der Verkauf über unsere Website. 15% der Einnahmen gehen an die Aids-Prävention.

Warum beschränkst du dich bei dieser Aktion auf die Snowboardszene? Sollte den anderen Kids nicht auch geholfen werden?

Ich habe meine Wurzeln im Snowboarding. Ich bin damit gross geworden. In dieser Szene kenne ich mich aus. So kann ich effektiv arbeiten und so gut wie möglich helfen. Natürlich ist GummiLove auch für Nicht-Snowboarder offen. Ich habe bereits den Rockstar Sven Wallwork (SNITCH/CH) und den Skateboarder Ivo Schneiter (CH) an Bord gezogen. Dank diesen beiden Ambassadors bewegt sich GummiLove auch ausserhalb der Snowboardszene.

Denkst du denn, dass es im Snowboarding besonders wichtig ist, sich für diese Sache einzusetzen?

Wir sprechen junge Menschen zwischen 13 und 25 Jahren an. Das ist doch die „heisse Phase“. Bei den Kids ist das in letzter Zeit wirklich krass geworden. Die saufen sich voll und dann heisst die Devise „Hauptsache Ficken“. Wenn das schon so laufen muss, dann doch bitte mit Gummis.

Gibt es in deinem Bekanntenkreis Menschen, die von den Folgen ungeschützten Geschlechtsverkehrs betroffen sind?

Ich kenne schon ein paar Leute, die sich da eine Geschlechtskrankheit eingefangen haben. Einer unserer Ambassadors ist von Geburt an HIV-Positiv. Ich bin schon viel mit ihm unterwegs gewesen und habe gesehen, wie die Leute auf ihn reagieren. Der ist so easy drauf und wird trotzdem oft wie ein ganz anderer Mensch behandelt, nur weil er diese Krankheit in sich trägt. Mit engen Freunden und guten Bekannten ist das kein Problem. Von Leuten, die ihn nicht so gut kennen, aber über seine Infektion Bescheid wissen, wird er oft ganz anders behandelt.

Wie waren denn die Reaktionen auf „GummiLove“? Gab es da auch Leute, die so etwas in der Snowboardszene für überflüssig halten?

Eigentlich waren die Reaktionen durchweg positiv. Ok, ganz am Anfang gab es ein paar Leute, denen der Namen merkwürdig vorkam. Aber im Grossen und Ganzen bin ich sehr zufrieden mit dem Feedback.

Wie soll es denn mit GummiLove weitergehen? Was ist diesen Winter geplant?

Das nächste grosse Projekt ist der O’Neill Evolution und die Burton European Open. Ausserdem werden wir auf vielen kleineren Events vertreten sein. Nebenbei versuche ich natürlich so viel wie möglich selbst auf dem Brett zu stehen und GummiLove zu repräsentieren…

Na dann viel Erfolg dabei und danke schön für das Interview!

Mehr infos zu GummiLove bekommt ihr hier.

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