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Resort Guide

Volle Büx in Revelstoke

In Kanada bekommt Freeriderin Angelica Sykes Schmetterlinge im Bauch, doch sorgen zeitgleich ein paar Rinnen und Hänge in Revelstoke für ordentlich Grummeln in ihrer Magengrube.

Nationalhymnen sind Blödsinn. Egal, welches Land sie lobpreisen, irgendwie sind sie doch alle gleich mit ihren absurd-stolzen Texten. Das dachte ich zumindest, bevor ich nach Revelstoke in Kanada kam. Seitdem ich das Land mit der Ahorn-Flagge und dessen Hymne kenne, muss ich meine Aussagen jedoch zurücknehmen. Mit Passagen wie „From far and wide“, „Strong and free“ oder „The True North“ passt das Lied bestens zu der atemberaubenden Natur Kanadas und zu dessen Einwohner. Ein Snowboard Trip nach Revelstoke, in eine Umgebung, wo einem die Berge noch unglaubliche Freiheit ermöglichen? Hell, yes!

Ihr denkt euch jetzt wahrscheinlich, dieser Text startet wie jede Reisegeschichte. „Revelstoke ist so toll“, „in Revelstoke ist alles besser“ und so weiter. Aber keine Angst, ich werde probieren, euch die wichtigsten Tipps und Infos über das Resort zu liefern, ohne dabei in schmierige Poesie abzudriften.

Brown Shorts

So wie jede andere Snowboardstory wohl anfängt, startet auch diese mit einer Geschichte übers Shredden. Mit einer Line, die sich schon beim ersten Spotten in unsere Köpfe eingebrannt hat. Nach ein paar kleineren Hikes und ersten Runs erspähte ich sie. Ein Colouir, welches an die der Schweiz erinnerte. Um es auf den Punkt zu bringen: „Scary as shit!“ Obwohl mir der Anblick Magenschmerzen bereitete, war die Rinne dennoch eine, die man unbedingt bezwingen will. Nicht umsonst trägt sie den passenden Namen „Brown Shorts“.

Am nächsten Tag war die Motivation allen anzusehen, Riesen-Smiles zogen sich über beide Ohren. Ein Local warnte uns, dass der Hike ziemlich anstrengend werden würde. Meine innere Motivationsstimme probierte mich zu motivieren: „Babe, you’ve got this. Zweieinhalb Stunden Hike gehen schon, du schaffst das. Tue einfach so als würde es dir gut gehen.“

Der Hike war trotz atemberaubender Aussichten eine Herausforderung und die letzten paar Meter kosteten viel Mut. Die Rinne wurde steil und steiler und der Grip war nicht mehr vorhanden. Ich schaffte es, mit vielen Angstschmetterlingen im Bauch und krampfhaftem Festhalten an den Steinwänden irgendwie bis an den Drop-in. Gleich zwei Filmcrews hielten auf mich drauf, das half meinen Spaghetti-Beinen nicht wirklich.

Ich war happy, es heile nach unten zu schaffen, aber nicht besonders über meinen Run. Die klassische Freeride-Traurigkeit holte mich nach dem misslungenen Rutsch ein – wahr wohl kein A-Game, Madame. Der Druck wahr zu hoch, der Wunsch nach dem perfekten Shot verwandelte mein Fahrkönnen in ein Trauerspiel. Am meisten ärgerte ich mich darüber, dass ich keinen Spaß hatte.

Was ich und natürlich auch ihr aus meiner Erfahrung mitnehmen können, ist, dass man mit guten Kollegen, dem richtigen Equipment und einer genauen Vorbereitung auch die krassesten Rinnen von Mt. Mckenzie bezwingen kann – ein MUST-Adventure.

Abgesehen von dem Freeriden im „out of bounds“ gibt es ein paar absolute Must-do-Routen:

1. Kill the Banker

Direkt unter der Gondel findet man den Run, der den Banker angeblich umbringt. Wahrscheinlich, weil es meistens der erste Run des Tages ist. Raus aus der Gondel und rein ins Powdervergnügen.

2. Gracias Ridge

Das ist der Grad aller Grade, wenns um gesicherte „In-bound“-Routen geht. Dort kann man zur Greely Bowl rausqueren und einem Bootpack nach links folgen. Einmal oben angekommen, gibt es unzählige Varianten zum Auskosten. Wenn du noch einem Bootpack weiter folgst, erreichst du die zweite Money Zone. Egal wie du dich dort fühlst, du kannst eine easy Line wählen oder so richtig die Wände wackeln lassen.

3. Separate Reality

Manchmal sind die Runs, die man am leichtesten erreichen kann, auch die Besten. Vielleicht, weil man nicht völlig k.o. ist nach einem anstrengenden Hike. Aber hey, hier verliert man sogar seine Freunde à la „No friends on Powder Days“ – WIN!

4. Powder Monkey Glades

Der perfekt benannte „Ripper“-Sessellift bringt einen hoch auf die Skier’s-links-Seite des Gebiets. Hier gibt es jede Menge Optionen. Das Beste ist jedoch, dass die Runs alle abgesichert wurden. Die Treeruns auf der Skier’s-rechts-Seite von den „Denver Dollars“ oder geradewegs über „Chopper“ zu den „Monkey Bars“ sind meine persönlichen Favourites.

5. „Unlimited Assets“ und „The North Bowl“ …

… sind zwei weitere Runs, die man tagelang loopen kann.

Falls es nicht schon offensichtlich ist, hat Revelstoke zwei Lifte am Ende der einzigen Gondel vom Tal. Der Berg ist groß – wirklich groß! Daher gibt’s unendliche Tourenmöglichkeiten außerhalb der gesicherten Zonen. Falls man den ein oder anderen Dollar zu viel in der Tasche hat, kann man den auch gut fürs Snowmobiling ausgeben und so das Backcountry von Revelstoke zershredden.

Snow Park

Unter dem „Stoke“-Sessellift findet man einen kleinen, aber dennoch feinen Park. Für die Powderratten unter euch, die auch den Park nicht hinter sich lassen wollen ist das der Place-to-be. Es gibt viele verschiedene Obstacle-Größen und Rail-Features, die für diverse Skill-Levels perfekt sind.

Après Ski

Nach langen Tagen am Berg wünscht man sich wohl nichts mehr als ein kühles Blondes. Revelstoke ist nicht bekannt für den besten Après Ski. Aber, es gibt zum Beispiel die Rockford Bar, in der ich mich pudelwohl fühlte und immer gut runterkommen konnte. Zu finden ist die gute Bar an der Base vom „Sutton Place Hotel“ direkt am Ausstieg der Gondel.

Eating Out

1. Kawakubo Sushi-Sake-Steak
Wohl das Beste Sushi, das außerhalb von Japan zu finden ist. Die authentischen Speisen und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmen in diesem Restaurant perfekt überein. Der Küchenchef des Hauses ist ein süßer Japaner namens Kawakubo. Mit seiner Kreativität und Kochkunst hat er die Locals von Anfang an in seiner Hand.

2. The Village Idiot Bar and Grill
Epische Atmosphäre – um es auf den Punkt zu bringen. Ein klassischer Kanadischer Pub mit Stand up Comedians und knusprigen Fish and Chips. Lokales Bier ist die Krönung des Ganzen in ordentlicher Revelstoke-Manier.

3. Big Eddy Pub and Liquor Store
Das beste Essen weit und breit. Ein echtes Einheimischen-Beisl, das sich als eine authentische Sports Bar entpuppte. Abendessen im American Diner-Style, Mojitios und lokales Bier.

Where to stay

1. Days Inn & Suites by Wyndham
Super-gemütliches Bed and Breakfast im Kanadischen Stil inklusive Hot Tubs. Zum Lift sind es schlappe fünf Minuten mit dem Auto. Daumen Hoch für diese Unterkunft in Revelstoke.

2. The Cube Boutique Hotel
Auch hier ist das Preis-Leistungs-Verhältnis top. Chillig, nicht weit vom Lift, sauber, alles für das einfache Shredderherz.

3. Stoke Hotel
Ein kleines bisschen teurer ist das Stoke Hotel. Dafür ist die Location perfekt und das kleine Extra-Luxusfeeling bekommt man oben drauf.

Revelstoke und die anderen kanadischen oder amerikanischen Resorts sind sich relativ ähnlich in Sachen Transport. Man braucht leider fast immer einen Ride (zum Glück gibt es die richtig nicen Trucks in den US of A). Die Leihautos sind aber preisgünstig und zahlen sich allemal aus, auch der Sprit ist fast geschenkt.

Events

1. Revelstoke IFSA FWQ 2* und Revelstoke IFSA FWQ 4*
Die Stopps, die sich die Amis ausgesucht haben, sind wahre Schmuckstücke, zu denen eben auch Revelstoke dazu gehört.

2. Closing Weekend Spring Melter in April
Revelstoke Mountain: „Catch some beats, grab a gourmet burger and an ice cold brew up at the Mackenzie Outpost with DJ’s spinning from 11am-2pm, then ski down to a-rockin‘ party in the Rockford Plaza with live music from local BC bands.“ Ok, da heißt es wohl oder übel direkt buchen, are you in?

Final Thoughts

Ich hoffe, dieser Recap meines Revi-Trips hilft euch, eueren Revelstoke-Traum ebenfalls wahr werden zu lassen. Das Abendteuer, die verschiedensten Persönlichkeiten, die Atmosphäre und die unfassbaren Weiten an Freeride-Terrain: What else do you need?! Pack deine besten Riding Buddies ein und noch ein paar Dollar extra, um Snowmobiling noch oben drauf machen zu können. Zu einer Story, von der ihr euren Enkeln wohl noch erzählen werdet, wird das Ganze dann, wenn ihr die „Out of bounds“-Runs auscheckt und euch selber dadurch vielleicht sogar besser kennenlernt.

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