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Das Wunder von Madrid

Das junge Jahr 2021 hat schon eine echte Sensation geliefert: Beim Jahrhundertschneefall verwandelte sich Madrid in ein Snowboard-Mekka. Jaime Castro berichtet.

Fotos: @marmophoto, @surfinsierranevada

Wenn es ums Streeten geht, kann eine Stadt eigentlich gar nicht exotisch genug sein – sei es in Zentralasien oder eine US-amerikanischen Megacity. Allerdings gibt es dabei eine natürliche Grenze. Dort, wo kein Schnee fällt, fährt man nicht zum Jibben hin.

Madrid liegt eigentlich südlich dieser Grenze. Doch dank eines Naturphänomens schneite es in der spanischen Hauptstadt vor zwei Wochen so stark, dass zum ersten Mal Snowboarder auf den Straßen unterwegs waren. Einer davon war Jaime Castro.

SnowboarderMBM: Eine Session mitten in Madrid – hat es das schon jemals gegeben?

Jaime Castro: Es gab zwar in der Vergangenheit schon einige leichte Schneefälle, aber so viel Schnee hat es in Madrid seit mindestens 50 Jahren nicht gegeben. Nie zuvor konnten wir hier Streeten gehen und an diesen symbolträchtigen Spots fahren. Es war ein unvergessliches Erlebnis für mich.

Als wir merkten, wie viel Schnee in der Stadt fiel, sprach ich mich mit einem meiner Sponsoren, Surfin Sierra Nevada, darüber, nach Madrid zum Snowboarden zu fahren. Dank ihrer Unterstützung konnten @marmophoto und ich direkt in die Stadt fahren. Die beste Entscheidung aller Zeiten.

Wie sah es in Madrid aus, als ihr dort ankamt?

Es herrschte totales Chaos. Niemand hatte so viel Schneefall vorhergesagt, und die Stadt war überhaupt nicht darauf vorbereitet. Die Hauptautobahn, die durch die Stadt führt, war vom Schnee komplett blockiert. Auch 24 Stunden später, als wir ankamen, ging dort immer noch nichts. Zum Glück hatten wir Winterreifen und konnten uns bis zur Innenstadt vorkämpfen und nach geeigneten Spots Ausschau halten.

Überall auf den Straßen waren Lastwagen und Autos geparkt, Busse, Taxis, einfach alles. Es war eine nahezu apokalyptische Szene. Auf den Straßen lagen umgestürzte Bäume, die Leute liefen mitten über die Fahrbahn. Die Stadt erlitt einen vollständigen Kollaps.

„Ein Fußgänger rief die Polizei, weil er meinte, wir würden Schnee auf eine Fläche werfen, die er gerade gereinigt hatte.“

Wie haben dann die Leute reagiert, als sie dich mit einem Snowboard sahen?

Die Reaktionen waren ziemlich gemischt. Die meisten Leute waren neugierig, da sie so etwas noch nie gesehen hatten. Sie fragten uns, was wir dort mit unseren Schaufeln treiben würden. Später trafen wir einen alten Mann, der zurzeit ein Buch über seine Nachbarschaft schreibt. Er war total fasziniert von uns und blieb stehen, um mit uns zu reden und uns zu filmen. Einige der Leute waren aber überhaupt nicht glücklich darüber, was wir mit dem Schnee so anstellten.

Gab’s auch Ärger mit der Polizei?

Ja, vor dem Museo Reina Sofia. Gerade als wir mit den Vorbereitungen fertig waren, rief ein Fußgänger die Polizei, weil er meinte, wir würden Schnee auf eine Fläche werfen, die er gerade gereinigt hatte. Die Polizei war aber total freundlich. Wir erklärten, was wir vorhatten und sie gaben uns freundlicherweise zehn Minuten, um das zu beenden, was wir taten. Gerade genug Zeit war, um den Shot einzufangen.

Welcher war dein Lieblingsspot?

Mein Lieblingsspot war definitiv das lange Rail im Park in Carabanchel. Wir fanden das Geländer mitten in der Nacht, da dort eine Straßenlaterne leuchtete. Es sah echt epic aus, also kamen wir am nächsten Morgen wieder. Die Laternen am Anfang und am Ende sahen echt cool aus, aber man musste wirklich vorsichtig sein, sie am Ende nicht zu erwischen. Die ersten 15 Hits gingen allesamt schief – aber dann hat es sich dennoch gelohnt!

Wird es über euer Madrid-Projekt noch einen Film geben?

Ja, auf jeden Fall. Am Ende der Saison werde ich einen Video Part mit den Szenen aus Madrid aber auch von anderen Locations veröffentlichen.

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