Die Olympischen Winterspiele 2026 in Milano-Cortina haben im Snowboard-Freestyle eindrucksvoll gezeigt, wie rasant sich Big Air, Slopestyle und Halfpipe in den vergangenen Jahren weiterentwickelt haben. Höher, technischer, komplexer, aber gleichzeitig stilbewusster denn je. Livigno bot mit seinem perfekt präparierten Snowpark die Bühne für spektakuläre Finals, emotionale Momente und auch einige schmerzhafte Rückschläge.
Big Air – Maximale Rotation, minimale Fehlerquote
Im Big Air der Männer war das Niveau von Beginn an extrem hoch. Mehrfachrotationen jenseits der 1800-Grad-Marke, technisch saubere Triple-Corks und enorme Airtime prägten das Finale. Am Ende setzte sich Kira Kimura aus Japan durch und sicherte sich Gold. Landsmann Ryoma Kimata holte Silber, Bronze ging an Su Yiming aus China.
Gerade Kimuras Konstanz unter Druck war beeindruckend. Während einige Favoriten bei ihren schwierigsten Tricks patzten oder bei der Landung wegrutschten, blieb er stabil und brachte seine Runs kontrolliert ins Ziel.
Auch bei den Frauen war das Niveau so dicht wie selten zuvor. Mehrere Riderinnen riskierten neue Trick-Kombinationen, was allerdings auch zu Stürzen führte. Zwei Finalistinnen mussten nach harten Einschlägen ärztlich betreut werden, konnten jedoch Entwarnung geben. Das zeigte erneut, wie schmal der Grat zwischen Progression und Risiko im Big Air geworden ist.