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Special

European Rider Of The Year

SIEHT MAN SICH IN DIESEN TAGEN DIE NACHRICHTEN AN, MUSS MAN SICH EINFACH SICHER SEIN: EUROPA GEHT VOR DIE HUNDE! MAN ZEIGT GEGENSEITIG MIT DEM FINGER AUF SICH, ES WIRD GESCHIMPFT, GELÄSTERT UND GEFLUCHT! DER EINE HAT GEMOGELT, DER ANDERE IST SEINEN VERSPRECHEN NICHT NACHGEKOMMEN UND SO WEITER UND SO FORT. ZUM GLÜCK LÄUFT DAS IM SNOWBOARDEN ANDERS ALS IN DER POLITIK: FAST NIRGENDWO SONST KOMMEN MENSCHEN AUS ALLER HERREN LÄNDER SO SELBSTVERSTÄNDLICH UND FREUNDSCHAFTLICH ZUSAMMEN, UM AN EINEM STRANG ZU ZIEHEN UND DIE GEMEINSAME ZEIT ZU GENIESSEN. DA IST ES DOCH ABSOLUT SELBSTVERSTÄNDLICH, DASS WIR UNS ALS EUROPAS DIENSTÄLTESTES SNOWBOARD-MAGAZIN MIT FREUNDEN UND LESERN VOM GANZEN KONTINENT ZUSAMMENTUN, UM DIE CRÈME DE LA CRÈME DER EUROPÄISCHEN SNOWBOARD-SZENE ZU KÜREN. NOCH NIE WAR DIE BETEILIGUNG AM VOTING FÜR DIE EUROPEAN RIDER OF THE YEAR AWARDS SO HOCH: DIE WEBSITE WURDE SCHON IN DEN ERSTEN TAGEN DES VOTINGS ÜBER 15.000-MAL AUFGERUFEN, ÜBER 1.500-MAL AUF FACEBOOK GETEILT UND ÜBER 100-MAL GETWITTERT. NEBEN EUCH, UNSEREN LESERN, VOTETE AUCH EIN HANDVERLESENES EXPERTENKOMITEE, DAS AUS FAHRERN, JOURNALISTEN UND VERTRETERN DER SNOWBOARD-INDUSTRIE BESTAND, FÜR SEINE FAVORITEN. WIR PRÄSENTIEREN EUCH DIEJENIGEN, DIE SNOWBOARDEN 2010 AM MEISTEN GEPRÄGT UND AM WEITESTEN NACH VORNE GEBRACHT HABEN: HIER SIND DIE LADIES AND GENTLEMEN, HIER KOMMEN DIE SIEGER DER EUROPEAN RIDER OF THE YEAR AWARDS 2010! (FK)

Rider Of The Year: Halldor Helgason

Im letzten Jahr meldete Halldor Helgason als Rookie of the Year 2009 schon an, für Größeres bestimmt zu sein und irgendwann einmal auf einer Stufe mit seinen Vorgängern Horgmo, Rüf, Müller und Ettala stehen zu wollen. Dass der Siegeszug des jungen Isländers und die Machtübernahme über Europas Snowboard-Thron dann so schnell erfolgen würde, hätten wir vor einem Jahr noch nicht gedacht. Da aber Leser, Rider- und Media-Jury fachkompetent und unbestechlich entschieden haben und das Ergebnis mehr als eindeutig war, bleibt Halldors norwegischem Vorgänger Torstein Horgmo nur übrig, bereits nach einem Jahr an der Spitze der Berge bzw. der Macht das goldene Pillow und das Zepter über das shreddende Europa nach Island abzugeben.

Das Jahr hätte für Halldor kaum besser anfangen können: Er bekam neben dem European Rookie 2009 Award und den Rookie-Titeln beim „Methodmag“, „Transworld“ (USA) und „Snowboarder Magazine“ (USA) auch den Jibber of the Year Award vom „Snowboarder Magazine“ (USA) verliehen. Diese fünf Awards beflügelten den Jüngeren der beiden Helgason Brüder anscheinend so sehr, dass er im Big-Air Contest bei den X Games für seine zwei Sprünge – einen Frontside 1080° Double Cork und einen Backside 1260° Double Cork – jeweils die perfekte Punktzahl von 50 (das gab’s noch nie!) bekam und die Goldmedaille mit nach Island nahm. Als dann im Herbst 2010 die neuesten Shred-Flicks auf den Markt kamen, staunte die Snowboard-Gemeinde nicht schlecht, hatte Halldor es doch geschafft, gleich mit zwei großen Produktionsfirmen zu filmen und zwei komplette Videoparts auf Zelluloid zu bannen. Reichten die guten Shots vieler Fahrer nicht einmal für einen Videopart, so scorte der 20-jährige Jibber in seiner ersten Saison mit den Pirates gleich mal den Schluss-Part von „Hooked“ und räumte in Standards „The Storming“ mit einen weiteren Banger-Part ab. Das von Halldor in den beiden Filmen gezeigte Riding und vor allem seine Rail-Skills sind so next level, dass man mehrmals zurückspulen muss, um diese Jibberei überhaupt zu verstehen.

Was unseren Rider of the Year sonst noch ausmacht, verriet er uns im November zusammen mit seinem Bruder Eiki hier im MBM-Doppelinterview oder zeigt es auf seinem Blog www.helgasons.com, den er zusammen mit seinem persönlichen Filmer Johannes täglich mit neuem Schabernack füttert. Es würde uns nicht wundern, wenn die Website der beiden Isländer mittlerweile die meistbesuchte Snowboard-Homepage Europas ist. Wer so viel Aufmerksamkeit auf sich zieht, braucht sich natürlich nicht zu wundern, wenn die Sponsoren Schlange stehen, und so unterschrieb Halldor gleich einen neuen Vertrag bei Nike 6.0. Bleibt uns nur noch, ein kräftiges „hamingjuósk“ nach Island zu schicken und unserem European Rider of the Year herzlich zu gratulieren! (lb)

Female Rider Of The Year: Enni Rukajärvi

Beim Horsefeathers Pleasure Jam 2008 tauchte auf dem Podium eine junge Dame auf, die bislang noch keine Beachtung gefunden hatte: Mit Enni Rukajärvi gewann überraschend eine junge, noch unbekannte Außenseiterin die Bronzemedaille. Ein Jahr später kehrte die Finnin nach Schladming zurück, räumte ihren ersten hochkarätigen Event ab und sicherte sich 500 TTR-Punkte für ihren Aufstieg in der Weltrangliste. Doch dieser Sieg sollte nicht ihr einziger bleiben, das darauf beginnende Jahr 2010 veränderte maßgeblich Ennis Karriere.

Ihre Teilnahmen am Roxy Chicken Jam Europe und den Burton European Open im Januar brachten ihr zwei Siege und insgesamt 2.000 Weltranglistenpunkte ein. Spätestens danach war klar, dass Enni kein One Hit Wonder sein würde und die Konkurrenz sich warm anziehen müsste. Es folgten weitere Goldmedaillen bei den Burton Canadian Open und der Youngster Tour in Finnland. Bei ihrer Reise zum Roxy Chicken Jam im März in die USA konnte sie sich zwar nicht auf die vorderen Ränge durchkämpfen, wurde aber für ihren phänomenalen Winter belohnt und bereits vor dem offiziellen Ende der Saison zum TTR Champion 2009/10 gekürt. Da- durch sicherte sie sich nicht nur 50.000 US-Dollar, sondern auch eine automatische Einladung zu allen internationalen Top-Events der kommenden Saison. Die Oakley Girls Session einen Monat später konnte sie erneut für sich entscheiden und bekräftigte somit noch einmal ihren Titel als beste Contest-Snowboarderin der Welt.

Wer nun glaubte, Enni hätte sich auf ihren Lorbeeren ausgeruht, ist bei der ehrgeizigen 20-Jährigen an der falschen Adresse. Was dieses Mädel anfasst, wird zu Gold. „Geht nicht gibt’s nicht“, scheint ihre Devise zu lauten und so machte sich die sympathische Finnin zu Anfang ihrer internationalen Karriere mehr Sorgen um ihre zu dieser Zeit verbesserungsfähigen Englisch-Kenntnisse als ihr Abschneiden im weltweiten Fahrerfeld.

Der Beginn der neuen Saison verlief bereits sehr erfolgreich. Durch die Teilnahme an den Burton New Zealand Open war es ihr möglich, erneut wertvolle TTR-Punkte zu sammeln, um auch in dieser Saison erfolgreich in der Weltrangliste abzuschließen. Mit ihrem ersten Platz beim Horsefeathers Pleasure Jam Ende 2010 bestärkte sie ihren Spitzenplatz im Vergleich der internationalen Top-Fahrerinnen erneut. Mit noch einigen potenziellen Pokalen vor Augen begibt sich Enni nun in den Kampf, ihren Titel 2011 zu verteidigen. Ihr habt sie bereits jetzt zu eurer Siegerin des Jahres 2010 gekürt und sie mit der Auszeichnung European Female Rider of the Year 2010 belohnt. (mv)

Rookies Of The Year: Gjermund Braaten & Seppe Smits

Bei der Wahl zum Rookie of the Year 2010 haben sich Gjermund Braaten (N) und Seppe Smits (B) ein überaus spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Die große Überraschung gab es dann bei der Auszählung der Stimmen: unentschieden – das hatten wir in der 15-jährigen Geschichte des European Rider of the Year noch nie!

Im Fußball hat man in solchen Situationen früher einfach eine Münze geworfen. Leider ist der Aufwand zu groß, sowohl Gjermund als auch Seppe nach München einzufliegen und den Streit um den Rookie of the Year Award zeitgemäß im Elfmeterschießen oder am Big Air Kicker auszutragen, auch wenn das wahrscheinlich eine riesige Gaudi gewesen wäre. Deshalb heißt es jetzt einfach „Vorhang auf!“ für unsere beiden Rookies of the Year Gjermund Braaten und Seppe Smits!

Nicht nur beim Voting um den Rookie of the Year Award ging es zwischen Seppe und Gjermund heiß her, auch im TTR-Ranking lieferten sich die beiden einen packenden Zweikampf. Dank guter Ergebnisse beim Billabong Ante Up und den New Zealand Open konnte sich der Norweger Gjermund schon im Sommer auf dem ersten Platz der Weltrangliste festsetzen. Belgien in Form von Seppe Smits schloss im November auf und belegte seitdem Rang zwei. Erst durch einen Schlüsselbeinbruch des 20-jährigen Norwegers Gjermund im Dezember konnte der 19-jährige Seppe mit seinem vierten Platz im Slopestyle bei der O’Neill Evolution im Januar die TTR-Führung übernehmen.

Was die Videoparts angeht, gibt es einen klaren Sieger zwischen den beiden: Zwar hat Seppe Smits einen absolut beachtenswerten Part im aktuellen Hotzone.tv-Teammovie, Gjermund hat mit seinem blitzsauberen Schluss-Part in „Don’t Panic“ aber klar die Nase vorn, weshalb er sogar für den Videopart of the Year Award nominiert war.

Unsere beiden Kronprinzen blicken in eine rosige Zukunft: Blutjung, mit Top-Sponsoren im Rücken und schon jetzt an der Spitze des TTR-Rankings haben Gjermund und Seppe die besten Voraussetzungen, uns noch viele Jahre mit ihrem stylishen Snowboar- ding zu begeistern. Wir sind uns sicher, dass die bei- den Youngster die weltweite Snowboard-Landschaft auch weiterhin kräftig aufmischen werden. (fk)

Female Rookie of the Year: Linn Haug

Linn Haug hat es endlich geschafft und ist euer Female Rookie of the Year 2010. In den letzten drei Jahren war sie immer nominiert und konnte sich langsam, aber sicher von der Bronzemedaille bis zu Gold vorarbeiten. Gut Ding will eben Weile haben, wussten schon unsere Omas.

Jetzt sollten sich die anderen Mädels aber schon mal warm anziehen, wenn die Norwegerin in Zukunft das Feld von hinten aufrollen und angreifen wird. Denn ähnlich wie beim European Rider of the Year Award klettert Linn auch in den Contest-Platzierungen immer weiter nach oben. In den letzten zwei Jahren konnte sie bereits einige Top-Ten-Ergebnisse vorweisen und sich somit einen immer besseren Rang in der TTR-Weltrangliste sichern. Ihre bisherigen Teilnahmen an 5- und 6-Star-Veranstaltungen haben ihr geholfen, sich bereits jetzt unter den Top 20 der Welt zu platzieren. Doch bei allem Siegeswillen ist der Konkurrenzkampf unter den Mädels zum Glück nicht so groß, dass er Feindschaften mit sich bringen könnte, ganz im Gegenteil. Obwohl man Mädels generell gerne Zickereien und Neid vorwirft, ist es besonders in der Topriege der weiblichen Snowboarder scheinbar so, als wären alle „best friends“: Es wird gefeiert, gelacht und geshreddet, was das Zeug hält, „one big family“ eben. Und so sind wir uns sicher, dass nicht nur euch und uns, sondern auch Linns Kolleginnen ihr Sieg beim ERY ein Lächeln ins Gesicht zaubern wird. (mv)

Best Trick: Torstein Horgmo – Fs 1440° Triple Cork

Er hat es geschafft! In diesem Jahr vervollständigt Torstein Horgmo seine Trophäensammlung. 2006 und 2007 beanspruchte er die Auszeichnung als European Rookie of the Year für sich, um nur zwei Jahre später schon zum European Rider of the Year gekrönt zu werden und den Best Videopart auch gleich noch mitzunehmen. Was ihm bisher noch fehlte, war der Best Trick Award. Die Zeiten des Wartens sind vorüber, mit seinem Frontside 1440° Triple Cork hat er unsere Jury und euch nicht lange überzeugen müssen, dass er der würdige Nachfolger von Marko Grilc und seinem Switch Backside 1080° Double Cork aus dem letzten Jahr ist.

Der Triple Cork geisterte schon eine ganze Weile im Kopf des jungen Norwe- gers herum. Inspiration und erste Vorstellungen, wie man solch ein Monster landen könnte, bekam er, als er Travis Rice’ „That’s It That’s All“ gesehen hat. Travis macht darin einen ähnlichen Trick, steht ihn aber nicht perfekt. Der Trick lässt Torstein nicht mehr los, und als er mit Standard Films für den neuen Film shootet, wird ihm in Stranda/Norwegen ein solch idealer Kicker vor die Nase gestellt, dass er laut eigener Aussage die „wahrscheinlich beste Air Time“ seines Lebens hat und mit dem Gedanken spielt, noch eine Rotation mehr dranzuhängen. Als die gleichen Shaper bei einer Sommer Session in Folgefonna, ebenfalls Norwegen, wieder für den Kicker zuständig sind und ihn einladen, weiß er, dass die Zeit gekommen ist. Nach einigen Double Corks zum Warmwerden, lässt er den inneren Schweinehund einfach am Inrun stehen und donnert auf den massiven Kicker zu, dreht, dreht und dreht, landet auf den Füßen und ist darüber so verwundert, dass er verkantet und mit dem Gesicht voran im Schnee landet. Bei einem späteren Versuch verletzt er sich am Knöchel, was ihn aber nicht weiter aufhält. Das Adrenalin hat eh längst die Kontrolle in seinem Körper übernommen, es unterdrückt die Schmerzen und lässt ihn beim siebten Versuch den ersten Triple Cork in der Geschichte des Snowboardens stompen!

Torstein selbst ist danach vor allem deswegen verdammt froh, den Trick endlich gestanden zu haben, weil er ihn jetzt für sich abhaken kann. Es hat ihn so lange beschäftigt, dass es gut ist zu wissen, dass er machbar ist. Wir sind gespannt, ob der Triple Cork eine ähnliche Welle lostreten wird wie der Double Cork und wann er zum ersten Mal in einem Contest auftauchen wird. Torstein Horgmo jedenfalls gebührt die Ehre, für immer als der Shredder zu gelten, der den ersten filmisch dokumentierten Triple Cork gestanden hat. Damit hat er sich definitiv eine Seite im großen Buch der Snowboard-Geschichte gesichert. Herzlichen Glückwunsch zum Best Trick of the Year 2010! (fs)

Best Videopart Male: Torstein Horgmo in “The Storming”

„Same procedure as last year“ – als wäre der gute alte James über den Tigerkopf in der Redaktion gestolpert und hätte dabei gleich mal zwei Golden Pillows über dem Namen Torstein Horgmo fallen gelassen. Der norwegische Ripper gibt sich einfach nicht mit nur einer Trophäe zufrieden und so lässt er seinem Best Trick auch noch den Best Videopart 2010 folgen. Nach seinen Banger- Parts in „Aesthetica“ von 2008 und „Black Winter“ von 2009 hat Torstein mit seinem fünfeinhalbminütigen Über-Part im aktuellen Standard-Machwerk „The Storming“ einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er einer der vielfältigsten und stylishsten Fahrer ist, die im Moment in Europa oder sonst wo in der Welt auf dem Brett stehen. Es spielt überhaupt keine Rolle, in welchem Terrain er sich bewegt, egal ob Park, Backcountry oder Street, ob Switch Frontside 1080° Double Cork oder Fakie Noseslide, er stellt seine Tricks unglaublich clean und stylish vor die Linse. Man merkt einfach deutlich, dass er neben dem Ehrgeiz, gutes Riding zu zeigen, vor allem jede Menge Spaß am Shredden hat, etwa als der Speed für einen Backcountry-Kicker nicht ausreicht. Kurzerhand stellt er sich samt Brett auf seinen Skidoo, fährt an, springt ab, lässt den Motorschlitten einfach weiterfahren und macht einen fetten Frontflip im Cliffhanger-Style! Wie schon im letztjährigen Streifen gibt es wieder einen Top to Bottom Park Run zu sehen, diesmal jedoch im Northstar Park in Tahoe. Der abwechslungsreiche Part endet ebenso wie der Film mit der Session in Folgefonna in Norwegen, bei der Torstein seinen ersten Triple Cork landet und damit dem eigenen Part, aber auch dem gesamten Film einen denkwürdigen Abschluss liefert. Ehre, wem Ehre gebührt – und so geht der Best Videopart nach 2009 auch für das Jahr 2010 wieder verdient an den Mann aus Trondheim. (fs)

Best Female Videopart: Lisa Filzmoser – “Never Get Older”

In den letzten drei Jahren war Lisa Filzmoser immer in mindestens einer Kategorie für den European Rider of the Year Award nominiert, kam zwar jedes Jahr aufs Treppchen, konnte aber bisher keinen Award für sich verbuchen. Nicht so in diesem Jahr! Die Verleihung des Golden Pillow in der Kategorie Best Female Videopart of the Year an Lisa könnte passender nicht sein, besticht sie doch besonders durch ihre smoothen Powder Turns in La Famiglias neuestem Streifen „Never Get Older“. Lange und harte Arbeit im Powder zahlt sich aus und so kann Lisa sich nun endlich den begehrten ERY-Titel auf die Kappe schreiben.

Auch privat beschäftigt sich Lisa seit diesem Jahr mit der Produktion von Snowboard-Videos und hat gemeinsam mit ihrer österreichischen Crew True Color Films gegründet. Die Gruppe aus Fahrern, Fotografen, Filmern und Freunden möchten vor al- lem eines vermitteln: den Spaß am Snowboarden und ihre Liebe zum Sport.

Genau das bringt Lisa auch in ihrem „Never Get Older“-Part rüber. Powder-Lines durch verschneite Waldabfahrten, Kicker- Shredden im Backcountry oder die Backflip-Session auf einem riesigen Tunneldach – als einziges Mädel im Film beweist sie ein- mal mehr, dass sie locker mit den Jungs mithalten kann. Mit ihrem neuen Board-Sponsor Artec wird sie in Zukunft rund um die Welt Gas geben, um uns im Herbst ein neues Video präsentieren zu können. Darauf freuen wir uns schon jetzt und ziehen uns bis dahin noch mal ihren bisherigen Part zur Überbrückung der langen Sommermonate rein. (mv)

Video: Pirate Movie Production – “Hooked”

Euro-Land ist Pirate-Land! Das zeigte die Wahl zur Kategorie Best Video 2010 wieder einmal deutlich. Mussten sich die Piraten im letzten Jahr mit „Jolly Roger“ noch ganz knapp von Absinthe Films und „Neverland“ das Ruder aus der Hand nehmen lassen, setzten sie 2010 mit „Hooked“ zur Zurückeroberung an, machten sowohl bei Online-, Rider- und Media-Voting keine Gefangenen und stellen mit ihrem mittlerweile dritten ERY-Titel nach 2007 („Walk the Plank“) und 2008 („Overseas“) klar, welche Filmcrew die Herrschaft über Europas Berge innehat. Ob es nun der gute Mix von Powder und Rails, der alle Geschmacksrichtungen bedienende Soundtrack, das mitgelieferte Art-Book, die Detailverliebtheit der Intros, die Unterschiedlichkeit der Fahrercharaktere oder das einfach verdammt gute Snowboarden der Piraten war, was sie allen anderen Produktionsfirmen davonsegeln ließ, können wir aus dem Voting leider nicht ablesen, aber es werden genau diese Punkte gewesen sein, die euch Leser und unsere Fachjury davon überzeugt haben, ihre Stimme der Filmproduktion aus der Nähe von Innsbruck zu geben.

Die Pirates um Basti Balser und Flo Eckardt bleiben ihrer Linie treu und brauchen auch bei „Hooked“ keinen technischen Firlefanz, um einen geilen Snowboard-Film zu produzieren. Der gute Mix aus 16 Millimeter, Super 8 und digitalen RED-Cam-Aufnahmen drückt auch diesem Film den ganz eigenen Freibeuter-Stempel auf und hebt ihn so von allen anderen Snowboard-Filmproduktionen ab. Dass Europa Herrschaftsgebiet der Pirates ist und die Pirates Europa sind, zeigt sich auch im ausnahmslos europäischen Rider-Line-up. Neben alteingesessenen Korsaren wie Danny Larsen und Marco Feichtner holten sich PMP unter anderen unseren European Rider of the Year Halldor Helgason an Bord, der mit seinem Schluss-Part auch die letzte Landratte davon überzeugt, dass „Hooked“ der verdiente Gewinner des Best Video 2010 ist. (lb)

Park: Vans Penken Park Mayrhofen (A)

Aufgrund der Vielzahl und Dichte, aber vor allem aufgrund der hohen Qualität der Snowparks, die die Alpen mittlerweile aufzuweisen haben hätten wir insbesondere in dieser neuen Kategorie der European Rider of the Year Awards eigentlich ein Kopf-an-Kopf Rennen erwartet. Als wir uns dann aber daranmachten, die Stimmzettel und das Online-Voting auszuwerten, mussten wir feststellen, dass wir mit unserer Vermutung eines knappen Resultats komplett daneben lagen: Mit großem Abstand konnte sich der Vans Penken Park von seinen Mitbewerbern absetzen und den Titel European Park of the Year 2010 sicher nach Mayrhofen ins Zillertal holen.

Der Vans Penken Park ist nicht umsonst Treffpunkt und Anlaufstelle der internationalen Snowboard-Szene: Auf gut 20 Hektar findet man am Fuße des Horbergs ein so vielseitiges Obstacle-Eldorado, dass man kaum weiß, auf welcher Line man den Tag beginnen soll. Die Fun-, Public- und Pro-Line sind klar voneinander abgegrenzt, so dass sich Shredder mit unterschiedlichen Freestyle-Skills nicht in die Quere kommen können. Der Vierer-Sessellift Sunjet ist genauso lang wie der Park selbst und garantiert, dass man möglichst viele Runden drehen kann. Da man auch während der Liftfahrt mitten im bzw. über dem Park ist und nichts vom Geschehen verpasst, wird der Sunjet unter den Locals auch gerne Funjet genannt.

Neben einer Halfpipe gibt es für Anfänger und Kids seit dieser Saison einen eigenen, völlig neu gestalteten Kids-Park, der auch mit eigenem Schlepplift ausgestattet ist. Der Park sucht aber nicht nur von der Quantität der Obstacles, sondern auch von der Qualität seinesgleichen. Dafür sorgt das elfköpfige Shaper-Team, das Absprünge und Landungen zwei- bis dreimal pro Tag (!) reshapt. So braucht man sich also nicht zu wundern, dass man im Penken Park regelmäßig auf „Prominenz“ in Gestalt von Werni Stock, Peter König, Chris Kröll oder der ganzen einheimischen Ästhetiker-Crew trifft. Als Letztes soll noch gesagt sein, dass der Park aufgrund der Südlage des Hangs besonders im Frühling Spaß macht, wenn die Landungen schön weich und der Waschbär im Gesicht garantiert sind. Ein lautes „Eeeeeööööööh“ und herzlichen Glückwunsch zum ersten European Park of the Year Award an den Penken ins Zillertal! (lb)

Photo Of The Year: Carlos Blanchard Nerin


Die Sonne brennt vom Himmel und lässt den Sulzschnee an den Nähten der Boots schmelzen. Mit jedem Schritt schrumpeln die Füße immer mehr bis zur Unkenntlichkeit in dem stechend riechenden „Quaaatsch“. Es ist April und ich fotografiere gerade das Finale eines Contests in Andorra, als es plötzlich hinter mir in einem Busch raschelt. Als ich mich umdrehe, erkenne ich Carlos, der Nachwuchsfotograf aus Barcelona, der auf der Suche nach ausgefallenen Bildwinkeln durch das Unterholz stolpert. Sein damaliger Förderer Marc Gasch, seines Zeichens ebenfalls Fotograf, steht lachend neben mir und meint: „Der Carlos ist ein begnadeter Schwarz-Weiß-Fotograf, der immer herumexperimentiert und nach wie vor analog fotografiert. Aus dem wird mal was – kein Wunder mit mir als Mentor..!“

Carlos spricht fast kein Englisch und ist mit all seinen Rot- und Blaufiltern so beschäftigt, dass er unser Gespräch nicht mitbekommt. Zwei Tage später will ich von Barcelona zurück nach München fliegen und überlegte am Vorabend, wie ich am besten zum Flughafen fahren sollte. Carlos bekommt davon Wind und bietet sich an, mich zu fahren. Auf die Minute pünktlich holt er mich am nächsten Tag ab und probiert mir während der Fahrt mit Händen und Füßen klarzumachen, dass er gerade die Schule schwänzt, um mich zum Flughafen fahren zu können, und dass er unbedingt in die Snowboard-Fotografie wolle.

Carlos’ Mentor hatte damals den richtigen Riecher! Heute zählt der 28-jährige nicht nur zu den kreativsten, sondern auch zu den renommiertesten Fotografen im Snowboarden. Sein amerikanischer Kollege Cole Barash, der selbst als einer der besten Fotografen dieser Tage gehandelt wird, bekannte in einem Interview, dass Carlos der beste S/W-Fotograf wäre. Und „Blotto“, der momentan wohl bekannteste Snowboard-Fotograf, antwortete in seinem Interview in der letzten MBM- Ausgabe auf die Frage, ob Snowboard-Fotografie nicht langweilig sei, mit: „Bei Fotografen wie Carlos Blanchard könne die Fotografie nicht langweilig werden.“

Die vielen Blumen, die der Spanier, der in der Zwischenzeit in Innsbruck lebt, erntet, sind die Folge seiner sensationellen Fotografien. So verwundert es kaum, dass er beim European Rider of the Year 2010 in der Kategorie Best Photo sowohl von der Fachjury wie auch vom Leser-Voting als Sieger bestätigt wurde. Carlos, wir gratulieren dir zum Gewinn des ersten Best Photo Award in der Geschichte des ERY und wissen, dass du uns in Zukunft noch mit vielen großartigen Fotos bereichern wirst! (sg)

TEXT: SEBASTIAN GOGL, MEIKE VETTER, FELIX SCHÄFER, LARS BÄRENFÄNGER, FELIX KRÜGER

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