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Special

The Mission: British Columbia

Immer wieder weisen uns Erzählungen über meterhohen Powder und Fotos von scheinbar unendlichen Treeruns darauf hin: British Columbia ist ein Must-Have-Been für jeden von uns. Doch so sehr alles Schöne auch lockt, sobald wir uns näher mit dem Thema „Heli-Boarden“ in B.C. auseinandersetzen und uns nach Angeboten und Preisen umschauen, schwindet der Reiz so schnell, wie er gekommen ist. Heli-Boarden können wir uns einfach nicht leisten. Punkt. Muss das sein? Wir haben die gefragt, die es wirklich wissen. Und siehe da, die B.C.-Locals kennen Alternativen, wie es zumindest ein bisschen günstiger geht.

Wir kennen sie alle. Die Mission, auf die wir eingefleischten Snowboarder uns Jahr für Jahr begeben. Wo ist der beste Schnee? Welches Resort hat die beständigste Wetterlage? Wie spare ich dabei am meisten Geld? Für uns Snowboarder, die wir im kanadischen Whistler daheim sind, ist diese Mission meist eine leichte. Wir haben das Privileg, eines der besten Backcountry Nordamerikas mit dem vielleicht besten Schnee der Welt direkt hinterm Haus zu haben. Zugegeben, Schneeverhältnisse sind etwas, das sich von Winter zu Winter verändert. Und auch in Whistler bleiben wir von diesem Teufelskreis nicht verschont. Dann müssen wir eben flexibel sein, und über unseren Zaun in den Garten des Nachbars schauen. Denn in British Columbia wimmelt es nur so von Bergketten mit jeweils verschiedenen Wettereinflüssen, allesamt aber mit hervorragendem Terrain. Im Gegensatz zu den Alpen stehen aber nur wenige Resorts bereit, die uns mit Gondeln und Liften direkt und einfach ins weisse Gold bringen. Stattdessen hat sich in British Columbia eine andere Art des Öffentlichen Verkehrs im Schnee entwickelt. Statt ganze Täler mit Seilbahnen und Schleppliften zu verbauen, haben sich einige meiner Landsmänner eine Lodge in die Einöde gestellt und sich einen Helikopter, eine Snowcat oder Schneeschuhe gekauft. Dann haben sie anderen von ihrem kleinen Besitz erzählt und in die Lodge eingeladen. Daraus sind die heutigen „Backcountry Operators“ entstanden, die mittlerweile zahlreich und verlässlich alle Schneesuchenden durch „Interior B.C.“, wie wir unser Hinterland gerne nennen, führen.

Doch das riesige Buffet an Anbietern hin oder her, berücksichtigt ihr die Ansprüche eures Geldbeutels, verkleinert sich die angebotene Menge schnell. Ich kann euch versichern, dass Heli Snowboarding ein wahnsinniges Erlebnis und gerade auch für Film- oder Fotocrews sehr ertragreich ist. Aber wahrscheinlich tut ihr gut daran, von Anfang an die Finger davon zu lassen. Heli-Boarden macht euch süchtig, und zwar nur um euch kurze Zeit später zu ruinieren. Ich jedenfalls zähle nicht zu den wenigen Privilegierten, die sich Jahr für Jahr einen Heli-Trip leisten können. Im Gegensatz dazu sind Touren mit den Schneeschuhen zwar richtig günstig, dafür hat die Wellnesswoche, in welcher ihr euch im Anschluss daran von den Strapazen erholen müsst, ihren Preis. Denn auf Schneeschuh-Touren verstreichen die Kilometer nur, wenn ihr auch wirklich dafür schwitzt und leidet.
Wollt ihr es also günstig, ertragreich und bequem, dann bereitet euch hier auf den Knaller unter den „Backcountry Operations“ vor, dem Cat Snowboarding. Während ihr beim Heli-Boarden vom Wetter abhängig seid wie das Kleinkind von der Mutter, tuckert die Snowcat auch bei Schneestürmen mit euch durch das Hinterland. Sollte es euch zu kalt werden, ist eure Gruppe oder die Snowcat stets in der Nähe, um euch aufzuwärmen. Die Sitze in der Snowcat bieten sich bestens für kleine Nickerchen, Ess-Pausen im Trockenen oder Prahlereien über euren letzten Run an. Und das alles während ausserhalb der Cat der Sturm wütet. Bluebird kann euch hier genau so egal sein wie die Zeit-Ist-Geld-Theorie. Die Snowcat bringt ihr auch mit einem etwas kleineren Geldbeutel zum Laufen.

Cat Snowboarding, was ist das?
Gehört ihr bereits zu denen, die von Heli-Boarden ruiniert wurdet, dann will ich ehrlich sein. Der mindere Preis der Snowcat bringt natürlich auch seine Nachteile. Objektiv betrachtet werdet ihr aber schnell erkennen, dass das Preis/ Leistungs-Verhältnis um einiges fairer ist als bei den fliegenden Freunden. Beim Cat-Boarden müsst ihr nichts desto trotz mit den unteren Hälften der Berge Vorlieb nehmen. Denn so zuverlässig ihr Dienst auch ist, in zu steile und hohe Lagen kann die Cat euch nicht bringen. Ihr werdet aber schnell erkennen, wie viel Spass die Treeruns, Pillow Lines und Windlips in den Wäldern bieten. Von wegen wer viel erreichen will, muss hoch hinaus! Mit der Snowcat bleibt ihr auf dem Boden der Tatsachen, oder eben im Wald, wo ihr euer Gegenüber auch noch bei Nebel und Schneesturm erkennen könnt. Wenn die Heli Boarding-Crew auf Bluebird und Flugerlaubnis wartet, sitzt ihr in der warmen Snowcat und schaut zu, wie euer Buddy gerade ein Cliff springt. Und wenig später tuckert die ganze Crew mit besten Grüssen an die wartenden Heli Skier in der Lodge auch schon wieder weiter. Ich erinnere mich noch genau, als wir letzte Saison in das Gebiet von „Monashee Powder“ fuhren. Wir waren für „Wear it Well“, den neuen Whiteout-Film unterwegs. Eines Morgens erwachten wir inmitten eines heftigen Schneesturmes. Wir überlegten, statt mit der Snowcat mit unseren Sleds zum Shooten zu fahren. Mit den Sleds wären wir im Schneesturm wahrscheinlich produktiver. Als wir aber aus der Lodge traten, stimmten uns der Sturm und die Kälte zu Gunsten der warmen, trockenen Snowcat um. Eine gute Idee, wie sich herausstellen sollte. Als wir später gerade dabei waren, einige sicke Pillowlines zu shooten, wurde der Wind plötzlich stärker. Statt die Mission abzubrechen, wie wir das hätten tun müssen, wären wir denn mit den Sleds unterwegs gewesen, shooteten wir noch ein 15 Meter-Cliff. Und genau zu dem Zeitpunkt, als der Sturm zu heftig wurde, verstauten wir die Kameraausrüstung in der Snowcat und setzten uns ebenfalls ins Warme. Wären wir mit den Sleds unterwegs gewesen, hätten wir Wind und Wetter so richtig heftig zu spüren bekommen…

Später in der Saison, wenn sich der Winter langsam aber sicher zurückzieht und die ersten Anzeichen des Frühlings Einzug halten, erweitern die Snowcat-Betreiber ihr Terrain. Je weniger Schnee desto bessere Pfadmöglichkeiten. Das Strassennetz der Snowcat erstreckt sich im Frühjahr bis in hohe Lagen. Die Gipfel, auf denen ihr im Hochwinter die Helis mit ihrer wohlhabenden Fracht noch argwöhnisch beim Landen beobachtet habt, liegen plötzlich in eurer Reichweite. Und zu eurem Glück werden die Tage wieder länger, und das Wetter beständiger.

5 Sterne in der Pampa
Natürlich aber dreht sich bei eurem Cat Snowboarding-Urlaub nicht alles um Shredden und vertikale Fahrten in der Snowcat (zugegeben, die werden euch letztlich womöglich in liebster Erinnerung bleiben…). Luxuriöse Lodges mit weltklasse Chefköchen gehören genau so dazu. Kennt ihr ein besseres Gefühl, als von dem Geruch von frisch gebrühtem Kaffee draussen vor eurer Zimmertür geweckt zu werden? Sollte euch das nicht genug sein, fahrt ihr am besten in die Lodge von „Monashee Powder“, dort wird euch das Frühstück samt frischem Kaffe direkt ans Bett serviert. Aber auch die Jungs von „Chatter Creek Cat Skiing“ bemühen sich um eure Gourmetgaumen. 5 Sterne Menüs mit bestem Wein aus British Columbia sind in ihrer Lodge an der Tagesordnung. Überhaupt wird man in Chatter Creek und Monashee alles tun, um euren Aufenthalt so unvergesslich wie nur möglich zu gestalten. In Chatter Creek waren es sogar die Betreiber selbst, welche die Lodge mit viel Liebe zum Detail gebaut haben. Ihr schlaft also zwischen Holz aus dem Wald, durch den ihr tagsüber shreddet. Die Chatter Creek-Crew hat sich den Traum vom Daheim im Nirgendwo erfüllt und lässt uns alle daran teilhaben. So wie es Chatter Creek eine grosse Ehre war, uns zu beherbergen, so wird es auch euch empfangen. Ich werde wohl nie vergessen, wie die Jungs uns anboten, einen Kicker direkt neben die Lodge zu stellen, und wie sie uns bis in den hintersten Winkel ihres Territoriums geshuttelt haben. In Chatter Creek und Monashee seid ihr die Könige, ganz sicher!

Hot Tubs und Privat-Masseurin
Was fehlt eurem Tag neben hervorragendem Essen und erstklassigem Snowboarden nun noch zur Perfektion? Hot Tubs sind zum Entspannen da! Noch schöner aber, wenn ihr dabei in den sternklaren kanadischen Himmel schauen könnt, Sternbilder sucht, mit euren Kumpels philosophiert und dabei an einem kühlen Bier oder einem Spicy Ceaser (Kanadische Form der Bloody Mary) nuckelt. Und irgendwann werden eure Gedanken abschweifen. Zurück zu dem Crash, bei welchem ihr haarscharf an einem Baum vorbei geflogen seid. Und wie eure Crew direkt bei euch war, um euch auszugraben… Einen zufriedenen Seufzer später wisst ihr, wieso ihr zum Snowcat- und nicht zum Heli-Boarden gefahren seid. Was das entspannen angeht, richtig, Hot Tubs sind schön, aber was eure Glieder wirklich lockert, ist eure ganz persönliche Masseurin. Sie massiert euch jeden einzelnen Schlag der 10 bis 12 Runs aus den Muskeln. Jawohl, selbst sie ist in diesen Lodges Standard!

Abgeschiedenheit war gestern
Und wie steht’s, seid ihr zwar überzeugt, aber eure Mama hat noch Schiss davor, euch für 10 Tage ohne Kontakt zur Aussenwelt an die Pampa von Interior B.C. zu verlieren? Holt eure Mama zurück ins 21. Jahrhundert! „Ohne Kontakt zur Aussenwelt“ war gestern, das World Wide Web hat selbst in den verlassensten Täler von British Columbia Einzug gehalten. Die Lodges verfügen über dieselbe Technologie, die heute in jedem 5-Sterne-Haus in allen grossen Metropolen dieser Welt gang und gäbe ist. Stellt euch vor, genau wie in der Wall Street in New York seid ihr auch in der Lodge in British Columbia nur einen Klick von der besorgten Mama daheim in Europa entfernt. Selbst vor den paradiesischen Zuständen in Chatter Creek und Monashee haben Satelliten und drahtloses Internet nicht Halt gemacht.

Mission: gelungen
So, nachdem ich nun alle Vorzüge aufgezeigt, und alle Befürchtungen aus der Welt geschaffen habe, sollt ihr noch erfahren, wann Cat Snowboarding in B.C. Hochsaison feiert. Und damit schliesst sich der Kreis, und wir wären wieder bei der Mission, die uns Snowboarder stets bei Atem hält: Die Suche nach dem besten Schnee. Wie schon gesagt, auch ich kann euch keine Garantie geben. Und gerade was diese Lodges angeht, ist es so oder so das Beste, wenn ihr flexibel bleibt. Mittlerweile werdet ihr wohl verstehen, dass wer einmal dort war, Jahr für Jahr von einem inneren Drang zurückgetrieben wird. Wir haben eine Crew amerikanischer Ärzte getroffen, die seit fünf Jahren stets zur gleichen Zeit nach Chatter Creek fährt. Diese Ärzte sind nicht die einzigen, die Lodges sind meist schon lange im Voraus von Stammgästen ausgebucht. Keine Angst, ihr werdet euren Platz schon bekommen, schliesslich gibt es ab und zu auch Annullierungen. Guter Schnee liegt in Interior B.C. so oder so fast immer, und die Saison dauert von Anfang Dezember bis Ende März. Da werdet ihr schon ein Plätzchen finden. Am erfolgreichsten geht ihr aber aus dieser Mission, wenn ihr euch zwischen Januar und März nach British Columbia aufmacht. Viel Spass!

MONASHEE POWDER
Saison: 08. Dezember 2006 bis 01. April 2007
Terraingrösse: 55 Quadratkilometer
Alternativangebot: Gourmet-Küche, Hot Tub, Massage (Gegen Gebühr), Wireless Internet (Gegen Gebühr)
Preis: von ca. 230,- bis ca. 430,- Euro pro Tag mit Vollpension im Doppelzimmer
www.monasheepowder.com

CHATTER CREEK CAT SKIING
Saison: 08. Dezember 2006 bis 10. April 2007
Terraingrösse: 238 Quadratkilometer
Alternativangebot: Gourmet-Küche, Hot Tub, Massage (Gegen Gebühr), Internet (Gegen Gebühr)
Preis: von ca. 190,- bis ca. 460,- Euro pro Tag mit Vollpension im Doppelzimmer
www.chattercreek.ca

Für weitere Cat Snowboarding Lodges checkt www.catskiing.ca

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