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Interviews

Pasi Salminen

Pasi Salminen – „Peisai“, „Salamander“ oder „Mr. Fantastico“ – wie auch immer man ihn nennen will. Von allen Fotografen mit denen ich bisher shooten war, ist Pasi derjenige mit der grössten Persönlichkeit und der meisten Motivation. Wenn wir shooten gehen, macht er sich schon eine Stunde vorher zum Spot auf um sein Equipment aufzubauen. Und wenn er mit seiner Kamera und den Blitzen fertig ist, greift er sich eine Schaufel und fängt an, wie ein Verrückter zu schaufeln. Er arbeitet dreimal so viel wie jeder andere den ich bisher getroffen habe. Er ist immer gut gelaunt und sehr hilfsbereit. Ich könnte ihn anrufen und fragen ob er mir mein Fahrrad repariert – er würde innerhalb von 15 Minuten vor meiner Tür stehen! Aber am besten ist Pasi immer noch hinter der Kamera. Wenn du mit ihm an einem Spot bist, dann weisst du schon vorher, dass ein Hammer-Bild rauskommen wird. Mit Pasi Fotos zu produzieren, ist immer das Highlight der Saison, und im Sommer sind es genau diese Tage, die ich am Snowboarden am meisten vermisse. Er hat einen grossen Teil dazu beigetragen, dass meine Karriere so verlaufen ist wie sie es ist. Danke Pasi – You are the man! – Eero Ettala –

Guten morgen Pasi, wie viele Tassen Kaffee hast du heute schon getrunken?
Bis jetzt gerade mal eine.

Eero Ettala hat mir verraten, du hättest während eurer gemeinsamen Trips Kaffee wie Wasser getrunken und deshalb viel Zeit auf der Toilette verbracht. Sind öffentliche WC’s deine kreative Inspiration für deine Fotografien?
(Lacht). Auf jeden Fall sind öffentliche WC’s der Place to be! Die bescheuerten kleinen Texte und Kontaktanzeigen, welche die Leute während ihrer Sitzungen an die Wände schmieren, sind echte Kunst; das inspiriert mich! Nein im Ernst, auf Snowboardtrips bist du 24 Stunden mit den Irren (Pro’s) zusammen. Im selben Auto, am gleichen Restauranttisch, auf dem Hotelzimmer, während des Fotografierens. Ich brauche einfach alle paar Stunden 5 Minuten für mich alleine. Toiletten bieten mir diesen Luxus der Privatsphäre!

Wirst du als Fotograf von den Fahrern als einer der ihrigen akzeptiert oder gibt es ein Fahrer- und ein Fotogarfen/ Filmerlager?
Nein, wir sind ein Team! Manchmal brauchen Fahrer ewig, wenn es um’s Packen geht, aber dann nehme ich meinen Laptop und arbeite.

Was waren deine ersten fotografischen Gehversuche, sprich mit welcher Kamera hast du angefangen zu fotografieren?
Das ist 13 Jahre her, aber es kommt mir vor, als wäre es erst gestern gewesen. Eine alte Canon T50 mit einer 35mm Linse war der Grundstein. Über die Jahre hinweg besass ich jede Mengen Canon Kameras und Objektive. Ich glaube bis heute hab ich es auf 11 Kamerabodies gebracht. Einmal kaufte ich eine Hasselblad mit Objektiven, aber das war nicht mein Ding. Ich fotografiere lieber mit Kleinbildkameras! Die ersten Jahre hab ich meinen Fokus ausschliesslich auf Skatefotografie gelegt. Danach begann ich mit Landschaftsfotografie. Durch die Landschaftsfotografie hab ich vor allem viel über den Umgang mit Lichtsetzung gelernt.

Hat sich von damals zu heute für dich etwas geändert?
Heute schleppe ich 10 Blitze plus Fernauslösern mit mir rum (Lacht).

Bestimmt hat die digitale Fotografie ebenfalls Veränderung mit sich gebracht.
Das stimmt! Früher musste ich mit dem Belichtungsmesser das Licht regeln, ich war/bin verdammt faul in dieser Hinsicht….. Heute mache ich ein Foto, schau es mir auf dem Display an und kann gegebenenfalls etwas ändern. Das macht den Belichtungsmesser überflüssig. Ausserdem kann ich die Fotos direkt angucken und mit den Fahrern über Go oder No entscheiden. Im digitalen Zeitalter werden auch teure Filme, Entwicklungen sowie Scans überflüssig. Das spart Zeit und Geld.

Du hast primär Skateboarden fotografiert, warum bist du zum Snowboarden gewechselt?
Wenn du in Finnland mit Boardsportfotografie überleben möchtest, landest du automatisch beim Snowboarden. Es gibt kaum bekannte finnische Skater und somit keine Basis zum Geldverdienen. Ausserdem war ich auch gelangweilt vom jahrelangen Hippie-Skateleben.

Die meisten deiner Bilder sind Jib-Fotos bei Nacht. Gibt es dafür einen speziellen Grund?
Das ist einfach zu erklären. In Finnland gibt es keine richtigen Berge. Zudem liebe ich es, selber Licht zu setzen. Da kommt mir Sonnenlicht eher ungelegen. Ausserdem kann ich nachts in aller Ruhe arbeiten ohne ständig den Passanten erklären zu müssen, was ich da genau mache.

Ist es nicht eigenartig, dass du ein bekannter Snowboard-Fotograf geworden bist, ganz ohne Sonne und Tiefschnee?
(Lacht) So hab ich das noch nie betrachtet. Ich liebe die Kombination aus Tiefschnee und Sonne, wenn ich für mich selber fahren kann. Zudem sind meine Knie kaputt. Das ist wohl der Hauptgrund, warum man keine Powder-Fotos von mir sieht.

Weisst du überhaupt wie man richtig Tiefschnee fährt?
Haha, klar weiss ich das! Bevor ich mir die Kreuzbänder an beiden Knien gerissen habe, war ich viel im Powder unterwegs. Nach meinem ersten Kreuzbandriss bin ich switch gepowdert, um das kaputte Knie zu entlasten.

Wie bereitest du deine Shootings vor, hast du einen Assistenten, der dir mit den Blitzen hilft?
Ich plane keine Shootings im Voraus. Ich überlege mir meine Winkel und Lichtsetzung vor Ort. Ich brauche auch keinen Assistenten, da ich mein Licht am liebsten selber positioniere! Sicher wäre es manchmal hilfreich, eine Unterstützung zu haben, aber dafür springt zu wenig Geld bei den Jobs raus.

Kannst du vom Snowboarden leben oder hast du nebenbei noch andere Jobs?
Im Winter konzentriere ich mich ausschliesslich auf Snowboardfotografie. Sechs Monate Sommerferien wären zwar schön, sind aber definitiv zu lange ohne Einkommen. Im Sommer fotografiere ich etwas Golf, Fashion, einige Events und Hochzeiten.

Was ist deiner Meinung nach ein perfektes Foto.
Puhh, ich warte immer noch auf dieses Foto! Ich kann es mir nicht einmal in meinen Träumen vorstellen. Manchmal denke ich, ich bin nah dran, aber hinterher gibt es immer etwas, was noch besser sein könnte.

Zum Abschluss musst du mir noch erklären, was es mit der „Cherry Lubricant“ auf sich hat, von welcher du Janne und Eero ständig erzählst.
(Lacht) Ich probiere den Jungs immer wieder beizubringen, wie es mit den Frauen läuft. Ich denke, „Lubricant“ ist ein feuchter Männertraum, den jeder gerne eines Tages mit seiner Freundin erleben möchte. Und Cherry, ist einfach immer gut. Egal ob im Drink, in Süssigkeiten oder eben mit Lubricant 😉

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