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O’Neill Girls Freeride Coaching 2011

Vergangenes Wochenende war es endlich soweit, wir machten uns auf ins Allgäu zum O’Neill Girls Freeride Coaching 2011. Aufgrund der sommerlichen Temperaturen der vergangenen Tage und dem ausbleibenden Neuschnee erwarteten wir nicht die besten Bedingungen für ein Powder-Wochenende und sahen uns bereits die neue Pipe am Nebelhorn shredden. Auf unserem Hinweg wussten wir noch nicht, dass wir bald eines besseren belehrt werden würden.

Nach unserer Ankunft im Explorer Hotel Oberstdorf lernten wir bereits die ersten Teilnehmerinnen kennen, schnell wurde klar, dass uns ein lustiges Wochenende bevor steht. Vor dem Abendessen wurde das nötige Equipment für die kommenden Tage ausgeteilt und ein kurzer Abriss über die geplanten Touren gegeben. Aufregung und Vorfreude machten sich breit. So war es kein Wunder dass alle nach einem gemütlichen Abendessen beim Italiener und dem obligatorischen Gute-Nacht-Bier im Out of Bounds schnell zurück ins Hotel, in ihre Betten verschwunden sind, um am nächsten Morgen fit und ausgeschlafen für die uns bevorstehenden Abenteuer zu sein.

Carola zieht ihren ersten Spray durch den Powder am Fellhorn

Mit gepackten Rucksäcken und den Snowboards unter den Armen standen alle pünktlich um viertel vor acht, mit einem ausgiebigen Frühstück im Bauch auf dem Hotelparkplatz. Unsere Tour konnte beginnen. Die Kanzelwandbahn beförderte uns rauf auf knapp 2000 Meter. Hannes, unser Bergführer, ging zunächst den Lawinenlagebericht mit uns durch, bevor wir direkt neben der Gondelstation ins Gelände einstiegen und unsere ersten Schritte auf ungesichertem Terrain machten. Nach der ersten kurzen Abfahrt zeigte sich schnell: Das Level der Teilnehmerinnen war bunt gemischt. Während manche souverän den bis zu 35 Grad steilen Hang meisterten, wurde anderen ihr ganzen Können abverlangt um die Abfahrt zu bewältigen.

Die Mädels auf dem Weg nach oben

Bereits nach der ersten Runde war uns klar, dass es ein tolles aber durchaus anspruchsvolles Wochenende werden würde und wir machten uns auf zu unserer eigentlichen Tour. Mit dem Sessellift gelangten wir zum Ausgangspunkt, hier begann der Aufstieg. Auf dem Weg nach oben erklärte Hannes verschiedene Techniken mit denen die Steigung eines Hangs beurteilt werden kann. Eine gute halbe Stunde und eine kurze Abfahrt später, kamen wir an den Fuß eines riesigen Nordhangs der das Highlight des Tages werden sollte.

Die ersten Meter auf Schneeschuhen

Während unser Fotograf und unser Filmer, die einzigen Jungs im Camp, sich vorerst ausruhen konnten, begann für die Mädels der einstündige Aufstieg. Mit Schneeschuhen und schwer bepackten Rucksäcken ging es los. Ungefähr nach der Hälfte begannen die Ersten die Faulheit der vergangenen Wochen zu verfluchen, durch regelmäßigen Sport hätte das Herzinfarkts-Risiko deutlich verringert werden können. Oben angekommen waren die Anstrengungen jedoch wie weggeblasen – eher stockte der Atem aufgrund der überwältigenden Aussicht und der Abfahrt, die vor uns lag.

Der Himmel auf Erden…

Die darauffolgenden Minuten sind kaum in Worte zu fassen. Mit den momentanen Schneeverhältnissen der Alpen im Hinterkopf, war es wie im Traum die Sprays in den unverspurten Powder zu ziehen. Jubelschreie der Mädels, die sich gerade den steilen Berg raufgequält hatten, ertönten und hallten hinunter bis ins Tal. Mit breitem Grinsen in den Gesichtern sammelten wir die Jungs unten wieder ein und machten uns auf den Rückweg in die Zivilisation.

Zurück auf der Piste teilten wir die Gruppe, eine Hälfte machte sich auf den Rückweg um die müden Glieder im Wellnessbereich des Hotels zu entspannen, während der andere Teil sich auf den Weg zum Fellhorngipfel machte. Nach einem weiteren Aufstieg, der manchen Puls auf gefühlte 240 brachte, gelangten wir über eine sehr lange Abfahrt, die jeden einzelnen Schritt wert war, zurück zu unseren Autos welche wir in der Früh auf einem kleinen Parkplatz im Wald zurück ließen. Beim gemütlichen Kässpätzle-Dinner am Abend wurden die Eindrücke des Tages verarbeitet und trotz bereits aufkommendem Muskelkater, die Vorfreude auf den zweiten Tag gesteigert.

Los ging es erneut um viertel vor acht, mit der Nebelhornbahn rauf ins Gebiet, über ein, zwei Pisten und einen kurzen Aufstieg hinein ins nahezu unberührte Gelände. Obwohl sich dem ein oder anderen beim Einstieg in unseren ersten Hang der Magen umdrehte, gelangten alle sicher durch den anfänglich steilen Teil um danach gemeinsam durch die beschauliche Natur zu cruisen.

Nadine cruist locker vom Gipfel bis unter die Baumgrenze

Ein unvergessliches Erlebnis, über langgezogene Hänge, vorbei an Bäumen, über einen kleinen Bach bis hin zum Giebelhaus. Hier entspannten alle bei Kaffee und Apfelstrudel. Zum Abschluss des Coachings erfolgte eine Suchübung mit den LVS Geräten und der Vorgehensweise im Ernstfall.

Wer sucht, der findet – die Mädels beim LVS-Training

Auf der Heimfahrt hatten wir das Gefühl als seien wir viel länger als zwei Tage unterwegs gewesen, zu viele Eindrücke schwirrten in unseren Köpfen umher. Ein unvergessliches Wochenende liegt hinter uns, auf dem unberührte Hänge gefahren, Freundschaften geschlossen und manche an ihre Grenzen getrieben wurden. Überwältigt von den Erlebnissen freuen wir uns bereits riesig auf nächstes Jahr. Ride on Girls!

TEXT: Meike Vetter
FOTOS: Felix Krüger

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